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Automobilkongress in Ludwigsburg E-Auto-Zellfertigung hierzulande wirtschaftlich?

Momentan werden die Zellen für Elektroauto-Batterien überwiegend in Asien gefertigt. Das könnte sich bald ändern, meinen Experten. Wie so oft steht und fällt alles mit der Wirtschaftlichkeit.

 ARCHIV - Ein Mitarbeiter der Deutsche ACCUmotive arbeitet am 01.12.2014 in der Produktion der Deutsche ACCUmotive in Kamenz (Sachsen) an einer Zelle für eine Smart III-Batterie

In Kamenz (Sachsen) wurden schon Zellen für eine Smart-Batterie produziert (Archivbild)

Die Entscheidung über eine mögliche Zellfertigung für E-Auto-Batterien in Deutschland muss nach Einschätzung von Experten spätestens im kommenden Jahr fallen. Man werde die Bundesregierung bitten, noch in diesem Jahr ein Branchentreffen einzuberufen, sagte der Vorsitzende der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), Henning Kagermann, am Donnerstag am Rande einer Veranstaltung des Autoverbands VDA in Ludwigsburg. Eine unternehmerische Entscheidung sei 2017 zu fällen, so Kagermann.

Daimler hat Zellfertigung 2015 eingestellt

Zum jetzigen Zeitpunkt zweifelt die Branche an der Wirtschaftlichkeit einer solchen Produktion. Die Zellen für Batterieantriebe von E-Autos kommen vor allem von asiatischen Herstellern wie Panasonic oder LG. Nur die Batterien selbst bauen die deutschen Autobauer zusammen. Sie haben den Standpunkt, dass die Produktion der Zellen nur infrage komme, wenn sich dies auch lohne. Daimler hatte Ende 2015 seine Zellfertigung im sächsischen Kamenz wegen der hohen Überkapazitäten am Markt eingestellt.

"Im Prinzip ist eine wirtschaftliche Zellfertigung in Deutschland möglich", sagte Kagermann. 2021 sei der Bedarf so hoch, dass sich der Markteintritt lohne. Die nächste Generation von Lithium-Ionen-Akkus sei zudem dann verfügbar, so die Schätzung der NPE. Für den Aufbau seien Investitionen von etwa 1,3 Milliarden Euro notwendig.

Neue Jobs in der Zellfertigung?

Das Produktionsvolumen könnte bis 2025 auf Batterien für 325.000 Elektroautos pro Jahr steigen. 2030 dürften sich die Kosten für den Aufbau amortisiert haben. In Produktion, Entwicklung und Vertrieb könnten 1.050 bis 1.300 Menschen Arbeit finden, im Umfeld könnten den Schätzungen zufolge zusätzlich 3.100 Jobs entstehen.

Prominente Fürsprecher für Produktion in Deutschland

Arbeitnehmervertreter - darunter auch Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht - sind schon länger Fürsprecher einer gemeinsamen Zellproduktion der Autoindustrie in Deutschland. Auch VW-Markenchef Herbert Diess hatte bereits ein Umdenken gefordert. Dabei kreist die Diskussion nicht um die aktuelle Technologie, sondern um die Batteriezellen der nächsten Generation.

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