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AfD-Plakatierer in Karlsruhe angegriffen Ob geschossen wurde, wird weiter geprüft

Beim Aufstellen von Wahlplakaten für die Alternative für Deutschland (AfD) in Karlsruhe wurde ein 36-Jähriger Opfer eines Angriffs. Der Vorgang ereignete sich bereits am Samstagabend.

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1:03 min | So, 24.1.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Angriff in Karlsruhe

Schüsse auf Plakat-Aufsteller

Am Samstagabend ist ein Mitarbeiter einer Karlsruher Werbeagentur von einem Unbekannten mit einer Pistole angegriffen worden, als er ein Wahlplakat der AfD aufhängen wollte. Der Angreifer ist offenbar auf der Flucht.

Nach Angaben der Polizei hat am Samstagabend ein 36-jähriger Mann im Karlsruher Stadtteil Neureut Wahlplakate der AfD aufgestellt. Gegen 21 Uhr wurde er von einem vermummten Unbekannten zunächst heftig beschimpft. Danach soll der mutmaßliche Täter einen Gegenstand in Richtung des im Pkw sitzenden Geschädigten
gerichtet haben. Nach einem Knallgeräusch sei dann die Scheibe der Fahrertür zerborsten. Den Angaben des 36-Jährigen zufolge soll es sich um eine kleinere Pistole gehandelt haben.

Der Pkw des Mannes wurde in der Zwischenzeit kriminaltechnisch untersucht. Ein Projektil konnte nicht aufgefunden werden. Aufgrund der Gesamtumstände könnte es sich um eine Luftdruck- oder CO2-Waffe gehandelt haben. Nach einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und des Polizeipräsidiums Karlsruhe hat mittlerweile das Staatsschutzdezernat die Ermittlungen aufgenommen.

Mutmaßlicher Täter weiter unbekannt

Nach dem Vorfall suchte die Polizei zunächst vergebens nach dem Mann. Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um einen 20 bis 25 Jahre alten Mann handeln. Er soll mit dem Fahrrad unterwegs gewesen sein, eine Mütze getragen und sein Gesicht mit einem schwarz-weißen Schal verdeckt haben. Zeugen des Vorfalls oder Personen, die Angaben zum Täter machen können, werden gebeten, sich an den Kriminaldauerdienst in Karlsruhe zu wenden.

Opfer nicht bei der AfD

Nach Angaben der AfD handelte es sich bei dem Plakataufsteller nicht um ein Parteimitglied, sondern um einen Mitarbeiter einer Werbeagentur. Die Agentur hatte im Auftrag der AfD plakatiert. Was den Vorfall betrifft sprach der Landesvorsitzende der AfD, Jörg Meuthen, von einer dramatischen weiteren Eskalationsstufe der Gewalt gegen die AfD. Der SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Stober und die SPD-Landtagskandidatin Meri Uhlig aus Karlsruhe verurteilten die Tat als Angriff auf die freiheitliche Demokratie.

Am 13. März findet in Baden-Württemberg die Landtagswahl statt.

AfD wird zur drittstärksten Kraft

In der bundesweiten Wählergunst legt die AfD weiter zu. Auch im "Sonntagstrend", den Emnid wöchentlich für die "Bild am Sonntag" erhebt, kommt die Partei nun erstmals auf zehn Prozent (plus ein Prozentpunkt). Damit wird die AfD zur drittstärksten Kraft. Die Grünen kommen auf neun Prozent (minus eins). Trotz der guten Umfragewerte glauben 68 Prozent der Befragten, dass die AfD nur eine vorübergehende Erscheinung ist.

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