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BW-Verbraucherminister Hauk: Einfuhrverbot von Lebensmitteln Die Gefahr, die in Taco und Kaviar mitreist

Wer von einer Fernreise zurückkommt, hat oft Mitbringsel im Koffer, die da nicht drin sein dürften: Leckere Spezialitäten, auf die man zuhause nicht verzichten will. Baden-Württembergs Verbraucherschutzminister Hauk erklärt, warum Speisen aus nicht EU-Ländern nichts im Gepäck verloren haben.

Das Gepäck von Reisenden wird auf einem Flughafen von Zollbeamten durchsucht.

Zollbeamte durchsuchen einen Koffer

Lebensmittel aus Ländern außerhalb der EU dürfen nicht mit nach Deutschland gebracht werden. An den Flughäfen fischt der Zoll viel Verbotenes aus den Koffern, weil Reisende das oft nicht wissen. Peter Hauk (CDU), Minister für Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, hat mit einem Besuch beim Zoll am Stuttgarter Flughafen auf das Problem aufmerksam gemacht. Im SWR erklärt er, worum es geht.

Herr Hauk, an den Flughäfen findet der Zoll mitunter geschmacklose Mitbringsel: Schnaps mit eingelegten Schlangen oder Papierkörbe aus Elefantenfüßen. Was schleppen die Leute sonst noch ins Land?

Was gerade so aktuell ist, weiß ich nicht. Mir geht es vor allem um die Frage, ob Speisereste oder Speisen aus Drittländern außerhalb der Europäischen Union eingeführt werden. Das ist illegal, weil damit beispielsweise Tierseuchen eingeschleppt werden können. Ein solches Drittland ist beispielsweise die Türkei. Von dort wird der Flughafen Stuttgart häufig frequentiert, und in der Türkei ist die Maul- und Klauenseuche stark verbreitet, ebenso die Tollwut. Diese Krankheiten können in rohen Lebensmitteln oder nicht gut verarbeiteten Lebensmitteln mitgebracht werden.

Wie findet der Zoll denn solche Lebensmittel? Sind da Spürhunde im Einsatz, die nach Wurst und nach Schinken suchen?

Peter Hauk

Peter Hauk

Es gibt Totalkontrollen, bei denen alle Menschen, die mit einem Flugzeug eingereist sind, ihre Koffer öffnen müssen. Die Zollbeamten schauen sich dann den Inhalt der Koffer an. Weil solche Totalkontrollen an unseren Flughäfen mittlerweile selten geworden sind, wird auch manch andere Schmuggelware gefunden. Und vielen, die ins Ausland und dann zurück nach Deutschland fliegen, ist gar nicht bewusst, dass Lebensmittel nicht so einfach mitgenommen werden dürfen. Wenn man in die USA fliegt, ist jedem klar: Man bringt keine Pflanzen dorthin mit, und man bringt auch keine Lebensmittel in die USA. Das gleiche gilt im Prinzip auch, wenn man in die Europäische Union fliegt von außerhalb der EU.

Das heißt, diese schöne Blume, die neben meinem Hotel wächst, die sollte ich eher nicht ausbuddeln und in den Koffer packen, denn das kann Ärger geben...

Genau, das sollte man tunlichst vermeiden. Es gibt nicht nur Tierseuchen, es gibt auch jede Menge Insekten und dergleichen, die problematisch sind, wenn sie von außerhalb der EU in die EU kommen. Wir haben beispielsweise in der Nähe von Böblingen mit dem asiatischen Laubholzbock zu tun, der über Holz, das mitgebracht wurde, bei uns eingeschleppt worden ist. Das ist ein Quarantäneschädling, der strikt bekämpft werden muss, am besten schon bei der Einfuhr. Noch schwieriger ist es bei Tierseuchen, weil die sich viel schneller verbreiten. Bei Reisen in ein davon befallenes Land wie die Türkei, das noch längst nicht seuchenfrei ist, gilt also höchste Vorsicht.


Das Gespräch führte Stefan Eich | Online: Christine Veenstra

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