Moderation: Sabine Hampel
Sendung vom Samstag, 11.2. | 19.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Emo, Gothic, Hip Hop, Metal - auf ihrer Suche nach Identität suchen sich junge Leute "Szenen", die ihrem Lebensgefühl entsprechen. Für Erwachsene oft eine fremde Welt - Studenten und Studentinnen der Kulturanthropologie, zu deutsch Volkskunde, an der Uni Mainz wollen Jugendkultur erforschen und für Außenstehende zugänglich machen - mit kurzen Fernsehbeiträgen, in denen Vertreter von drei verschiedenen Jugendkulturen porträtiert werden. Die Fernsehbeiträge werden von jeweils einem Studenten und einem LandesArt-Autor produziert. Sabine Hampel taucht für diese Sendung in eine Szene ein, die vielen Zuschauern aus ihrer eigenen Jugend vertraut sein dürfte: die 50er Jahre. In dem Lebensgefühl, der Mode und der Musik dieser Zeit finden sich viele junge Leute wieder. Wir besuchen eine 50er-Jahre-Veranstaltung im "Caveau" in Mainz, mit einer 50er-Jahre-Stylistin, Modenschau und viel Live-Musik. Hier trifft sie auch die Kulturantropologen wieder, die von ihren Erfahrungen bei der Produktion ihrer Filmporträts berichten.
LARP - Rollenspiele für Fortgeschrittene
Sie basteln, kleben, nähen und steppen: Zwei Jungs aus Pfalzfeld basteln sich Rüstungen und Schwerter, weil sie ein ganzes Jahr lang nur einen Wunsch im Herzen tragen: bei einem Live action role play (LARP) leibhaftig dabei zu sein. LARP ist nicht nur ein Hobby, sondern hat sich mittlerweile zu einer Jugendkultur ausgewachsen, die eine ganze Generation in Bann schlägt. Beim "Live action role play" treffen sich Fantasy-Begeisterte um sich in einem ausgedachten, oft mittelalterlichen, Szenario in verschiedenen Rollen auszutoben und teilweise ziemlich gewalttätige Zweikämpfe auszutragen. Was steckt hinter dieser Welt, welche Sehnsüchte verbergen sich hinter dem bis ins Detail ausgefeilten Versuch, in einen anderen fiktiven Charakter zu schlüpfen? LandesArt begibt sich auf den Kriegspfad....
Straight Edge - tätowierte Biedermänner?
XXX - diese drei Buchstaben hat sich Yves auf seine Wade tätowiert. Sie kennzeichnen ihn als Zugehöriger der "Straight Edge" - Szene. Das sind junge Leute, die auf Alkohol, Drogen und Rauchen verzichten und extrem harte Musik hören. Yves hat selbst eine Band: Awake The Mutes aus Mainz. Yves erzählt von seinen ganz persönlichen Erlebnissen und Überzeugungen, die ihn zum Mitglied der Straight-Edge-Gemeinschaft gemacht haben.
Graffiti - legal, illegal, scheißegal?
Graffiti ist ein typisches Thema der Jugendkultur. Zwar gab es Graffiti schon bei den alten Ägyptern und Römern. Doch seit den 1930er Jahren des letzten Jahrhunderts tauchten sie in den Vereinigten Staaten überall in Verbindung mit Jugendgangs auf. Meist als künstlerisch anspruchslose Form des "Taggens", einer Graffiti-Methode, die der reinen Markierung diente. Junge Fußballfans in England übernahmen in den sechziger Jahren diese Methode, während der Studentenrevolte tauchten erste "Tags" auch in Deutschland auf. Mit der Zeit entwickelte sich jedoch aus dem Ritzen oder Sprühen mit Farbdosen von persönlichen Zeichen oder Botschaften international auch eine eigenständige Kunstform, bei der oft ästhetische Wandgemälde entstanden. Von Anfang an entfachte das Phänomen deshalb eine erbitterte Diskussion: Sind Graffiti Schmierereien und Sachbeschädigung oder Kunstwerke, die den öffentlichen Raum beleben? Wir stellen unterschiedliche junge Sprayer vor. Einige suchen den Kick beim Sprühen im illegalen Raum, andere bearbeiten nur Flächen, die von der öffentlichen Hand als Kunstraum zur Verfügung gestellt werden. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die Stadtverwaltungen mit mehr legalen Flächen die häufig unerwünschte illegale Szene eindämmen kann.
Letzte Änderung am: 02.02.2012, 08.45 Uhr