Wenn es in Hollywood um eine Rolle mit dunkler Vergangenheit geht, denken alle an Armin Mueller Stahl. Ein Weltstar seines Fachs, hat er neben der Schauspielerei noch viele andere Talente- Malen, Schreiben, Geige spielen und jungen Musiknachwuchs födern.
Wenn es in Hollywood um die Besetzung einer Charakterrolle geht, eine Figur mit Vergangenheit glaubwürdig verkörpert werden soll, dann steht sein Name ganz oben: Armin Mueller-Stahl. Der eiskalte Boss der Russenmafia (Tödliches Versprechen) oder der verschwiegene Altnazi als Familienmensch (Music Box), immer gibt er seinen Rollen Tiefe und Distanz, ist kühl und menschlich zugleich. Die Figur bis ins Verborgendste auszuleuchten, darin besteht seine Kunst. Heute ist Armin Mueller-Stahl ein Schauspieler mit Weltruf, der mit Kollegen wie Robin Williams befreundet ist, zur eigenen Branche aber sonst gerne Distanz wahrt. Je größer seine Erfolge wurden, desto mehr kam es ihm darauf an, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Dieser gelassene Umgang mit der eigenen Größe ist sein eigentliches Markenzeichen.
In seinem über 50jährigen Schauspielerleben spielte sich Armin Mueller-Stahl zunächst in der DDR ganz nach oben, in DEFA-Filmen wie "Jakob der Lügner", 1975 wird er DDR-Fernsehkünstler des Jahres.
Nach seiner Ausreise startet er in der Bundesrepublik seine zweite Karriere, arbeitet in den 80er-Jahren mit Rainer Werner Fassbinder. Typisch für Mueller-Stahl: Das lukrative Angebot, den Professor Brinkmann in der "Schwarzwaldklinik" zu geben, schlägt er aus - und geht lieber, auch mit wenig Englisch nach Amerika. Eine seiner ersten Rollen, in Jim Jarmuschs Kultfilm "Night on Earth", ist deshalb so authentisch: Mueller-Stahl spielt den aus der DDR ausgereisten Taxifahrer Helmut Grokenberger, der sich radebrechend durch den New Yorker Großstadtdschungel schlägt. 2001 kehrt er nach Deutschland zurück, feiert als Thomas Mann in "Die Manns" seinen größten Erfolg beim deutschen Publikum - und entscheidet sich für einen zweiten Wohnsitz an der Ostsee.
Neben der Schauspielerei hat er noch andere Talente, die für ihn immer wichtiger werden. Seine Malerei wird in großen Ausstellungen gezeigt, er spielt Geige, schreibt Erzählungen, füllt mit seinen Lesungen Säle.
Der Film zeigt Armin Mueller-Stahl in seinem Haus in Pacific Palisades, beim Malen in seinem Atelier und begleitet ihn an seine Lieblingsorte, beobachtet ihn während der Dreharbeiten zu den "Buddenbrooks" und bei einer Ausstellungseröffnung in Lübeck.
Zu Wort kommen Filmregisseure wie Constantin Costa-Gavras und Heinrich Breloer sowie die Schauspielerkollegen Robin Williams, Iris Berben und Barbara Sukowa.
Ein Film von Inga Wolfram
Letzte Änderung am: 02.12.2010, 08.20 Uhr