My way - James Last vom Donnerstag, 30.4.2009 | 23.45 Uhr | SWR Fernsehen
Am 17. April 2009 wird er 80 Jahre alt: der Komponist und Arrangeur Hansi alias James Last. Mit über 80 Millionen verkauften Schallplatten ist er der erfolgreichste deutsche Musiker der Welt. Sein Name steht für den Happy Sound, jenen supersoften Big Band-Klang, mit dem Last gleichermaßen Weihnachts- und Volkslieder sowie US-Pophits unverwechselbar macht. Und James Last, das ist nicht zuletzt bundesdeutsche Fernsehgeschichte: Jahrzehntelang prägte der Anblick des cool-verschmitzten Orchesterchefs, der beim Dirigieren kaum den Finger krumm machte, die Samstagabendunterhaltung der Öffentlich-Rechtlichen. Inzwischen ist James Last auch Kult bei den ganz Jungen; mit der HipHop-Band "Fettes Brot" hat er sogar eine Platte aufgenommen. Gleich nach seinem Geburtstag wird Last in Großbritannien auf Tournee gehen, wo er ebenso viele Fans begeistert wie in Deutschland. Zur Frankfurter Buchmesse 2004 wird auch eine Autobiographie erscheinen.
Den Autor und Kameramann Thomas Schadt interessiert der Mensch hinter dem Klischee: Er hat James Last auf seiner großen Deutschlandtournee Ende 1999 begleitet und ihn in seinem Haus in West Palm Beach, Florida, besucht. Der Film zeichnet dabei das Bild eines immer noch jungenhaft wirkenden Mannes, der es über all die Jahre seiner Karriere geschafft hat, sich treu zu bleiben - und das heißt zunächst: positiv zu denken. Inmitten der verlogenen Scheinwelt des Showgeschäfts versteht er es, seine Vision einer grenzenlosen Musik glaubhaft zu verkörpern. Happy Sound ist tatsächlich ganz wörtlich gemeint. Er wolle den Menschen mit seiner Musik Glück bringen, sagt James Last, und man merkt: das ist keine Phrase. Seine Fans behandelt er geradezu zuvorkommend, empfindet sie nie als aufdringlich, eher als weltweit verstreute Großfamilie. Tief gerührt ist er, wenn ihm einer schreibt: "Seit wir Deine Musik hören, hat unser Wohnzimmer keine Ecken mehr." Und auch wenn ihm immer mal wieder musikalische Gleichmacherei vorgeworfen wird: an seinen Arrangements arbeitet er mit der Akribie und Hingabe eines Musikers, der von der Einzigartigkeit jedes Stückes überzeugt ist.
Ein Film von Thomas Schadt
Letzte Änderung am: 02.08.2011, 12.04 Uhr