Aenne Burda - eine Frau erobert die Welt vom Donnerstag, 19.4. | 22.30 Uhr | SWR Fernsehen
Aenne Burda führte ihr Unternehmen wie eine große Familie. Für ihre Mitarbeiter war sie eine Chefin, die ihnen Mut machte und bei Erfolgen mit allen gemeinsam feierte. Außerdem sind erstmals bislang unveröffentlichte Archivaufnahmen zu sehen.

Aenne Burda, 1987
Tragbare Mode für die ganz normale Familie
Die weibliche Gallionsfigur des deutschen Wirtschaftswunders war eine Frau aus der badischen Kleinstadt Offenburg: Aenne Burda. Am 28. Juli 2009 wäre sie 100 Jahre alt geworden.
Sie verwirklichte eine Traumkarriere nach dem Zweiten Weltkrieg: Von der Hausfrau zur Verlegerin - und mit ihrer Idee für eine Zeitschrift wurde sie weltbekannt: tragbare Mode für die ganz normale Frau mit Kindern. Mode zum Selbermachen, mit klar verständlichen Schnittmustern. Schön sein, sich modisch kleiden, war nicht mehr eine Frage des Geldes, sondern wurde durch das Modeheft aus dem Schwarzwald für jede Frau möglich.
Eine Frauen-Welt-Veränderung
Ihre Zeitschrift lasen Frauen auf der ganzen Welt. Und sie hat die Frauen verändert. In Brasilien haben viele durch die Schnittmuster aus Offenburg ihren Lebensunterhalt verdienen können. In Russland wurde das Heft zu einem Leitfaden: Wie koche ich schmackhaft, wie kleide ich mich weiblich, wie verschönere ich den Alltag? Olga N. hat nach Burda-Schnittmustern nicht nur für sich genäht, sondern sie wurde zur Moderatorin einer Modesendung im russischen Fernsehen. 1987, unter Gorbatschow, erschien "Burda-Moden" als erste westliche Modezeitschrift im sozialistischen Moskau. Die dortige Begeisterung für ihre Zeitschrift wurde für Aenne Burda zum Höhepunkt ihrer Karriere.
"Mode für alle" kontra Mode-Designer
Im Alter von 40 Jahren machte sie sich unabhängig vom Verlag ihres Mannes Franz Burda ("Bunte") und übernahm einen kleinen, bankrotten Modeverlag. Diesen leitete sie 45 Jahre lang. Auch gegen den Widerstand der arrivierten Mode-Designer in den Metropolen Paris und Berlin konnte sie sich durchsetzen mit ihrem Konzept von der "Mode für alle". Aenne Burda führte ihr Unternehmen wie eine große Familie.
Für ihre Mitarbeiter war sie eine Chefin, die ihnen Mut machte und bei kleinen oder großen Erfolgen mit allen gemeinsam feierte. Was in der Zeitschrift gedruckt stand, wurde vorher genau in den Verlagsräumen ausprobiert: hand made. So ist es bis heute, da die Schnittmuster vor allem über das Internet an die Frau kommen.
Enge Freunde und Verwandte berichten
Über die Schwierigkeiten, die Erfolge des Familienunternehmens und über die außergewöhnliche Persönlichkeit Aenne Burdas erzählen Karl Lagerfeld, ihre Schwiegertochter Maria Furtwängler, ihr jüngster Sohn Hubert Burda, der Ministerpräsident a.D. von Baden-Württemberg Lothar Späth und ihre Mitarbeiter. Gedreht hat Autorin Dora Heinze u.a. in Russland und Brasilien, außerdem sind erstmals bislang unveröffentlichte Archivaufnahmen zu sehen.
Ein Film von Dora Heinze
Letzte Änderung am: 07.01.2011, 09.40 Uhr