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Eröffnung des Schillerjahres 2009 in Marbach
Der Ort, an dem eine große Dichtergeschichte ihren Anfang nahm: In Schillers Geburtshaus in Marbach widmet sich eine neue Ausstellung dem frühen Leben und späteren Ruhm des berühmten Schwaben. Die neu gestaltete Schau ist der Auftakt zum Marbacher Schillerjahr 2009.
Beengend, nur etwa 15 Quadratmeter klein, ist der Raum im Erdgeschoss des alten Handwerkshauses in der historischen Marbacher Altstadt, in dem Schiller am 10. November 1759 das Licht der Welt erblickte. Sein Kinderanzug aus Leinen, ein Gemälde der Mutter und sein Taufhäubchen erinnern an seine ersten vier Lebensjahre, die er dort mit ihr und der Schwester verbrachte. Das Geburtszimmer, das im ursprünglichen Grundriss wiederhergestellt wurde, bildet den Ausgangspunkt der neu konzipierten Dauerausstellung, die von Schillers Marbacher Jahren zu seinem weltweiten Ruhm führt.
Obgleich Friedrich Schiller niemals mehr nach Marbach zurückkehrte, blieb sein Geburtsort immer ein wichtiges Stück Schiller-Erinnerungsgeschichte. Das Städtchen am Neckar war und ist - nicht zuletzt im großen Schillerjahr 2009 - vor allem wegen seines berühmten Sohnes in aller Munde.
Dabei war das Geburtshaus des Dichters dort zunächst in Vergessenheit geraten: Während in den großen Städten die Schiller-Verehrung gleich nach dessen Tod einsetzte, begann man in Marbach erst 1812 damit, nach dem Geburtsort des Dichters zu suchen.
Zum 100-jährigen Schiller-Geburtstag 1859 wurde der Ort dann jedoch zur Gedenk- und Sammlungsstätte. Eine goldene Schmucknadel, eine Locke Schillers sowie Originalholzstücke des Geburtshauses, das Schiller-Verehrern als Souvenir diente, sind nur einige Requisiten dieser Zeit, die nun in der Ausstellung zu sehen sind. Ein Gästebuch von 1859 bis 1864 zeugt vom regen Besucher-Interesse schon in diesen Jahren - die Einträge kann man in der Ausstellung elektronisch nachblättern.
Die Schillerverehrung nahm schnell weltumspannende Züge an: Schillers Gestalt hob man in aller Welt auf den Sockel. Von keinem deutschen Dichter gibt es so viele Denkmale. Sogar in den USA wurden von emigrierten Schiller-Verehrern Statuen des Dichters errichtet – in Chicago etwa eine Kopie des Marbacher Denkmals. Weltweit gab es große Schillerfeiern, bei denen der Dichter als Protagonist der Freiheits- und Einheitsbewegung nicht selten auch politisch instrumentalisiert wurde.
In der Ausstellung können die Besucher Schillers Lebens- und Gedenkstätten vor allem multimedial bereisen. Per Touchscreen kann man Orte anwählen und durch Zeichnungen und Texte stöbern. So eröffnet sich eine moderne "Schiller-Topographie", die ein Gefühl vermittelt für Schillers regionale Verbundenheit auf der einen Seite – er reiste nicht viel - und seinen internationalen Ruhm auf der anderen Seite. Das Multimediale ist dabei angenehm dezent eingesetzt, die Bildschirme fügen sich zurückhaltend in die Vitrinen ein.
Auch insgesamt ist die Gestaltung der Ausstellung angenehm reduziert, der Fokus liegt auf ausgewählten Requisiten und einzelnen Aspekten. Der Gang durch das neue gestaltete Geburtshaus kommt einer entspannten Reise durch Schillers Welt gleich.
Und im letzten Raum erwartet einen schließlich ein fast lebensgroßes Denkmal des Dichters: Herrschaftlich und würdevoll scheint er hier über das alte Haus und sein Marbach zu wachen.
Dauerausstellung
Niklastorstraße
31
71672
Marbach am Neckar
Öffnungszeiten:
Täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr
Eintrittspreise:
Eintritt 3,00 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
Gruppen ab 10 Personen: 1,50 Euro pro Person
Gruppenführungen nach telefonischer Vereinbarung
Autorin: Isabell Gössele
Letzte Änderung am: 03.02.2009, 11.55 Uhr