Eric steckt in einer Krise. In seiner Verzweiflung erscheint ihm eines Abends der Ex-Fußball-Star Eric Cantona von Manchester United als Halluzination. Mit ihm zusammen fasst Eric neuen Mut, endlich etwas an seinem Leben zu ändern. "Looking for Eric" ist ein skurriler und sensibler Film über Fußball, Freundschaft und neue Chancen.
Eric (Steve Evets) geht es nicht gut. Sein Job bei der Post wächst ihm über den Kopf, er begleitet seine Freunde nicht mehr zum Fußball, seine Stiefsöhne tanzen ihm auf der Nase herum. Dazu baut Eric auch noch einen Unfall, weil er gedankenverloren im Kreisverkehr seine Runden dreht. Deprimiert und lebensmüde erinnert er sich an bessere Zeiten, an seine bezaubernde Frau Lily, mit der er als junger Mann die Rock'n'Roll-Tanzflächen unsicher machte.
Die Ehe mit Lily hat Eric schon vor mehr als 20 Jahren in den Sand gesetzt. Seither herrscht Funkstille zwischen den beiden. Als jedoch ihre gemeinsame Tochter Sam (Lucy-Jo Hudson) die Eltern abwechselnd als Babysitter für ihre Tochter Daisy einspannt, begegnen sich Eric und Lily (Stephanie Bishop) wieder. Wie aber kann er sie nur zurückerobern?
Wie gerne wäre Eric mutig und erfolgreich wie Ex-Fußballer Eric Cantona, der berühmte Stürmer-Star von Manchester United, der als lebensgroßes Poster an Erics Wand hängt. Eines Abends aber erscheint ihm plötzlich leibhaftig Cantona in seinem Schlafzimmer - tatsächlich gespielt von der Fußball-Legende Eric Cantona höchstpersönlich. Und der ehemalige Fußballer erweist sich als Ratgeber in allen Lebenslagen. Cantona motiviert den müden Eric, endlich etwas zu verändern, um wieder glücklich zu werden – und vielleicht sogar seine Lily wiedergewinnen zu können.
"Looking for Eric" ist ein skurriles Drama mit Herz und Humor. Anrührend komisch sind Erics Freunde, wenn sie sich mit vereinten Kräften für ihn einsetzen: durch Witze-Erzählen und kollektive Meditations-Übungen. Und auch der halluzinierte Fußballstar Cantona ist ein liebeswerter und schräger Zeitgenosse. Seine in Französisch hin genuschelten Weisheiten ("Wir haben immer mehr Wahlmöglichkeiten, als wir denken!") bergen aber bisweilen ungeahnte Tiefen. Und manchmal wird zur Argumentation auch mal die Trompete ausgepackt.
Der Fußball mit seinen Kämpfen, Siegen und Niederlagen ist für Cantona, Eric und die Freunde dabei immer Zentrum der Weisheit und Referenzpunkt: Für alle Gefühle, die das Leben schreibt, wird ein Beispiel aus dem Fußball angeführt. Und wenn der Ball rollt, kommt man zusammen und fiebert für ein gemeinsames Ziel – dann schwingt sich auch die Musik fröhlich auf und alltägliche Sorgen scheinen vergessen. So ist der Film auch eine Hommage, ein Liebeslied an den Fußball und das Glück, ein Fan zu sein.
Mal euphorisch, mal rau und bisweilen schonungslos geht es in diesem Film zu. Regisseur Ken Loach, preisgekrönt für seine realistischen Sozial-Dramen, findet auch in "Looking for Eric" einen sensiblen und zugleich heiteren Zugang zum echten Lebensalltag im englischen Arbeiter-Milieu. "Looking for Eric" ist eine kleine, feine Geschichte über Träume und Fehler, Freundschaft und neuen Mut. Absolut sehenswert!

Autorin: Isabell Gössele
Letzte Änderung am: 05.10.2009, 14.31 Uhr