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Der Schauspieler Michael Degen über das Projekt
Herr Degen, wie war das für Sie, als Sie Regisseur Jo Baier zum ersten Mal trafen. Wie war Ihr erster Kontakt?
Hervorragend. Als ich erfuhr, dass er mein Buch verfilmen will, war ich ganz gebauchklatscht. Ich hatte vorher seinen Film "Wambo" gesehen - das hat mich ungeheuer getroffen. Das ist einer der hervorragendsten Filme, die ich je gesehen habe. Und "Der Laden", und und und ... Ich dachte immer, was Besseres kann einem nicht passieren. Wenn schon verfilmen, dann nur er.
Und warum ist Jo Baier der Richtige, um Ihr Buch zu verfilmen?
Ich kannte seine Filme und sagte: Wenn’s einer kann, dann kann er’s. Er ist gründlich. Er recherchiert ganz genau, wie ich nachher auch erfahren habe, mit ihm zusammen. Ich glaube auch, dass er den Humor hat. Und ich glaube, dass er diese Figuren sehr, sehr gut erfasst hat. Das hat man natürlich auch am Drehbuch gesehen.
Sie waren gemeinsam mit Jo Baier in und um Berlin unterwegs, haben sich Schauplätze Ihrer Lebensgeschichte angesehen. War das für Sie schmerzlich, das noch mal anzugucken? Beim Schreiben des Buches haben Sie ja schon Situationen wieder durchlebt. War das jetzt eine ähnliche Situation?
Nein, es war nicht mehr schmerzlich. Das ist vorbei gewesen. Nach dem Schreiben ist das so ziemlich vorbei gewesen.
Jetzt haben Sie eine andere Distanz dazu?
Ja, da ist nicht mehr viel passiert. Ich war erstaunt über Dinge, die sich nicht geändert hatten. Weil man doch darauf gefasst war: Das kann doch alles nicht mehr da sein. Es war vieles noch genau so, auch in Waldesruh. Das Haus war ja kaputt, aber das Terrain war noch nicht bebaut. Der Wald ist genauso noch da. Doch, nein, am Anfang ist ein Areal gerodet worden, und da ist ein Spielplatz drauf gebaut worden, ein Kinderspielplatz. Aber sonst: alles genau so ...
Wenn Sie Aaron Altaras ansehen, der den jungen Michael spielt: Was geht Ihnen da durch den Kopf?
Das wird man ja sehen, wie er spielt. Aber ich denke schon ... Er hat die Frechheit, und ich glaub auch, dass er diesen schnellen Berliner Witz hat. Ich glaub schon, dass das was wird.
Haben Sie das Gefühl, es gibt etwas, das Sie ihm vermitteln möchten?
Nee, den Weg soll er alleine finden - mit Hilfe des Regisseurs. Da will ich nicht reinreden. Das irritiert einen Jungen ...
Gilt das ebenso für Nadja Uhl, die im Film die Rolle Ihrer Mutter Anna Degen übernimmt?
Fast, würde ich sagen. Ich will da nicht reinreden. Ich würde es mir auch verbitten als Regisseur. Ich würde überhaupt dem Autor verbieten, den Drehort zu betreten (lacht ...)
Aber Jo Baier hat gesagt, Sie werden vielleicht bei den Dreharbeiten dabei sein ...
Soweit ich kann – und soweit es ihm genehm ist.
Gab es Überlegungen, ob Sie in dem Film auch selbst eine Rolle übernehmen?
Es gab mal die Überlegung, einen Vorschlag von Jo Baier. Ich glaube nicht, dass wir es machen werden ... Das ist nur 'ne ganz kleine Rolle, so à la Hitchcock, der mal durchs Bild geht. Er hatte schon eine Idee, die sehr, sehr gut ist ... Ich weiß nicht, ob ich mir das zutrauen kann. Da wird's dann doch ... Das ist eine Szene, die mich heute immer noch sehr stark berührt. Mit einem Menschen, den ich sehr, sehr geliebt habe, und dessen Tod ich bis heute nicht verwunden habe. Das ist ... das geht nicht.
Herr Degen, zum Abschluss: Was wünschen Sie dem Film?
Alles Gute und großen Erfolg ... (klopft dreimal auf den Tisch).
Die Fragen stellte Bettina Fächer
Letzte Änderung am: 06.10.2005, 14.19 Uhr