Rund zwölf Millionen Euro kostete der vom Bund und Land finanzierte Neubau des Architekten David Chipperfield. Das Haus ist eine Konstruktion aus Beton und tropischem Ipe-Holz.
Mit dem im Juni 2006 eröffneten Neubau ist die Nutzungsfläche für das Deutsche Literaturarchiv Marbach mit dem Schiller-Nationalmuseum und dem Literaturmuseum der Moderne um 3.800 Quadratmeter gewachsen, davon stehen allein 1.000 Quadratmeter für Dauer- und Wechselschauen sowie für einen Vortragssaal bereit. Rund 600 Quadratmeter des LiMo (so soll das Literaturmuseum der Moderne abgekürzt heißen) sind der Dauerausstellung vorbehalten, die aus den mehr als 1.200 Schriftsteller- und Gelehrtennachlässen des Archivs bestückt wird.
Gezeigt werden etwa 1.400 Bücher und Ausstellungsstücke, die in Verbindung mit Literatur stehen. Damit zeigt die Dauerausstellung zum ersten Mal in großem Umfang Bestände aus dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach.
Darunter sind literaturhistorische Zeugnisse von unschätzbarem kulturellen Wert, wie die Manuskripte von Kafkas "Prozess", Kurt Schwitters' "Anna Blume", Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz", Hermann Hesses "Steppenwolf", Erich Kästners "Emil und die Detektive", Rainer Maria Rilkes "Malte Laurids Brigge" und Martin Heideggers "Sein und Zeit".
Ausgestellt werden aber auch Abiturzeugnisse, Pässe und Notizbücher, historische Tonaufnahmen, Kleidungsstücke und Totenmasken, private Fotoalben und Bibliotheken der Dichter.
Die Räume des neuen "Literaturmuseums der Moderne" gliedern sich in drei Teile: Zunächst gelangt der Besucher in den Raum "stilus", wo eine Multimedia-Installation die Besucher auf spielerische Weise zum Lesen kurzer literarischer Texte einlädt. Im zweiten, größten Ausstellungsraum "nexus" werden die originalen Dokumente aus dem Deutschen Literaturarchiv gezeigt. Im dritten und kleinsten Raum der Dauerausstellung mit dem Titel "fluxus" wechseln die Exponate mehrmals jährlich. Hier präsentieren prominente Kuratoren persönliche Blicke auf Literatur und Literaturgeschichte.
Die Ausstattung für den multimedialen Museumsführer M3 hat fast die Hälfte des Ausstellungs-Etats verschlungen - an die 600.000 Euro. Ein einzelnes der M3-Geräte kostet 1.000 Euro; 50 Stück sind zunächst im Einsatz.
Letzte Änderung am: 09.08.2006, 11.03 Uhr