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Bertha Benz Die erste Frau am Steuer

Bertha Benz ist die erste Frau, die am Steuer eines Autos saß. 1888 wagte die Frau des Auto-Erfinders Carl Benz die erste motorisierte Überlandfahrt der Weltgeschichte - von Mannheim nach Pforzheim. Eine Sensation, die dem Automobil zum Durchbruch verhalf. Angela Elis hat die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Bertha Benz in einem Buch zusammengefasst.

Bertha Benz ist nicht nur die erste Autofahrerin. Sie war auch die treibende Kraft, die die Visionen des pferdelosen Wagens überhaupt möglich machte. Carl Benz, ihr Ehemann, lieferte das technische Wissen und die Idee, betont die Biografin Angela Elis. "Carl Benz wäre ohne Bertha aufgeschmissen gewesen. Und zwar nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern weil er vom Charakter und von seiner Lebensprägung her - begründet durch den frühen Tod des Vaters - ein sehr verzweifelter Mensch war", sagt Elis.

Der lange Weg zum Erfolg

Bertha Benz kam aus einer angesehenen bürgerlichen Familie aus Pforzheim. Sie war die dritte Tochter. Ein schwerer Stand zur damaligen Zeit. Leider wieder nur ein Mädchen, schrieb der Vater in die Familienbibel. Aber Bertha wusste, was sie wollte. Sie interessierte sich für den technischen Fortschritt. Sie tauschte ein standesgemäßes Leben gegen ein unsicheres, aber dafür spannendes an der Seite des mittellosen Carl Benz.

Auch wenn der Erfolg lange Zeit auf sich warten ließ, hielt sie zu ihm. "Es hat zehn Jahre gedauert, bis überhaupt der erste Motor fertig war, und fast 20 Jahre, bis der erste Motorwagen fertig war. Das muss man sich mal vorstellen, sie hat ihm 20 Jahre zur Seite gestanden. Es gab oft Hunger, es gab oft Not und es gab fünf Kinder", schildert die Biografin.

"Als würde plötzlich ein Ufo landen"

Bertha Benz war von der Idee des pferdelosen Wagens überzeugt. Die Familie steckte alles Geld und alle Kraft in diese Vision. Aber immer wieder mussten sie von neuem beginnen, bevor es endlich so weit war: "Am 29. Januar 1886 hat Carl Benz als erster das Patent für den Motorwagen bekommen und gilt deshalb als Erfinder des Automobils", sagt Elis. Doch niemand wollte das unbekannte Gerät kaufen. Deshalb wagte Bertha Benz 1888 die erste Überlandfahrt und fuhr mit ihren beiden Söhnen von ihrem Wohnort Mannheim nach Pforzheim, in ihren Geburtsort, um ihre Eltern zu besuchen. Erst dadurch wurde der Motorwagen über die Grenzen Mannheims hinaus bekannt. "Sie nimmt sich diesen knatternden, stinkenden, fauchenden Motorwagen, fährt los und alle erschrecken, springen von der Straße, Pferde gehen hoch, Hühner werden überfahren. Das war so, als würde jetzt plötzlich hier ein Ufo landen", beschreibt Elis die abenteuerliche Fahrt.

"Durchhalten und standhaft sein"

Die Autorin Angela Elis hat die vorhandenen Dokumente wie Puzzlesteine zu einer Romanbiografie zusammengefügt. Die Geschichte von Bertha Benz zeichnet auch die Ursprünge der heute weltweit bekannten und erfolgreichen Automarke Daimler Benz. "Wenn man Erfolg als eine gradlinige Geschichte sieht, von unten nach oben, dann ist es keine Erfolgsgeschichte. Was wir daraus lernen können ist: Erfolg heißt hoch und runter und runter und hoch und durchhalten und bei seinen Visionen bleiben und weitermachen und standhaft sein."

Buch

Titel der Reihe:
Mein Traum ist länger als die Nacht: Wie Bertha Benz ihren Mann zu Weltruhm fuhr
Autor:
Von Angela Elis
Verlag:
Hoffmann und Campe Verlag
Produktion:
2010
Genre:
Belletristik
Länge:
352 Seiten
Preis:
21,00 Euro
Bestellnummer:
978-3-455-50146-9

Autorin: Mirjam Meinhardt, Webfassung: Simone Rapp

Quelle: SWR.de - Wissen

Letzte Änderung am: 13.03.2010, 10.49 Uhr

Im Programm

Nachtkultur Logo "Nachtkultur" "Mein Traum ist länger als die Nacht"

Die Romanbiographie von Bertha Benz

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"Carl & Bertha" erzählt die Anfänge der Automobilgeschichte - hier erfahren Sie mehr über den Fernsehfilm und die historischen Hintergründe. [mehr zu: Alles über "Carl & Bertha"]

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