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SENDETERMIN Mo, 20.3.2017 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Saisonstart der bissigen Spinnentiere So schützen Sie sich vor Zecken

Mit dem Frühling können wir endlich wieder gemütliche Nachmittage im Garten und Spaziergänge in der Natur genießen oder unsere Fitness mit Waldläufen trainieren. Bei allen Outdoor-Aktivitäten ist allerdings Vorsicht geboten: Zecken und andere Insekten stechen wieder zu. Wie kann man sich schützen, um die erwachende Natur in Ruhe zu genießen?

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Zeckenzeit

Kaum lockt uns die Frühlingssonne in die Natur, werden auch die Zecken wieder aktiv. Sie sitzen auf Blättern und warten, bis ein Opfer nahe genug herankommt. Und das wird dann - egal ob Mensch oder Tier - angezapft.

Da Zecken gefährliche Krankheiten wie Borreliose und eine Form der Hirnhautentzündung (FrühSommerMeningoEnzephalitis, kurz FSME) übertragen können, ist es wichtig, einen Zeckenbiss zu vermeiden. Um sich zu schützen, sollte man bei einem Aufenthalt in der Natur feste Schuhe und lange Hosen tragen. Außerdem sollte man etwas Abstand zu Büschen halten und nicht durch hohes Gras laufen.

Entfernen der Zecken

Borrelien werden erst einige Stunden nach einem Zeckenbiss über den Speichel des Tieres übertragen. Ein Befall mit den gefährlichen Bakterien kann also unter Umständen verhindert werden, wenn der kleine Blutsauger möglichst schnell entfernt wird. Daher sollte sich jeder untersuchen, der in der Natur war.

Beim Entfernen einer Zecke ist es wichtig, mit einer spitzen Pinzette möglichst nah an die Haut zu gehen, die Zecke direkt über den Schneidewerkzeugen einzuklemmen und schnell herauszuziehen. Hat sich die Zecke am Hals oder Kopf in die Haut gebohrt, sollte man einen Arzt aufzusuchen. In der Kopfregion können die Erreger die Stammhirnnerven direkt befallen. Daher ist es wichtig, dass der Zeckenbiss von einem Arzt dokumentiert wird - falls später Beschwerden auftreten, kann der Patient schnell und gezielt behandelt werden.

Behandlung bei FSME und Borreliose

Während FSME-Patienten zur Behandlung in eine neurologische Spezialklinik überwiesen werden müssen, kann die Borreliose ambulant behandelt werden. Meist wird eine Antibiotika-Therapie gegen die grippeähnlichen Symptome verordnet. Zusätzlich setzen besonders Umweltmediziner Präparate wie Vitamin C und E, Zink, Selen, Magnesium und Kalium ein, die dem Körper helfen, die Entzündung im Körper zu bekämpfen. Außerdem ist es ratsam, durch gesunde Ernährung, viel Bewegung im Freien und gute Luft im Innenraum den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern.

Impfung gegen FSME

Gegen die Borreliose, die häufiger auftritt, als die FSME, gibt es keine wirksame Schutzimpfung. Gegen die durch Zecken übertragene Form der Hirnhautentzündung dagegen kann geimpft werden. Der Impfstoff muss drei Mal verabreicht werden, damit die Schutzwirkung eintritt. Danach besteht drei bis sieben Jahre Schutz. Wann erneut geimpft werden muss, lässt sich durch einen Bluttest leicht herausfinden. Menschen, die sich beruflich oder in ihrer Freizeit sehr viel in der Natur aufhalten, rät Dr. Wiedenlübbert zu einer Impfung.

Experte im Studio: Dr. Ingo Wiedenlübbert, Facharzt für Allgemeinmedizin


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