aus der Sendung vom Donnerstag, 2.2. | 17.05 Uhr | SWR Fernsehen
Der Weg in den Süden Jordaniens führt durch drei Klimazonen und zählt zu den schönsten Strecken des Landes. Schon die Fahrt zu den Ruinen der Felsenstadt Petra stimmt auf ein Weltwunder ein. Vor 2.000 Jahren war sie Handels- und Königsstadt der Nabatäer, einem Wüstenvolk. Heute ist Petra die größte touristische Attraktion Jordaniens.
Das Königreich Jordanien liegt mitten im krisengebeutelten Nahen Osten, umrahmt von Israel, den Palästinensischen Autonomiegebieten, Syrien, dem Irak und Saudi-Arabien. Im Süden des Landes hat Jordanien einen kleinen rund 30 Kilometer breiten Zugang zum Roten Meer. Dort befindet sich auch der einzige Hafen in dem ansonsten fast nur aus Wüste bestehenden Land. Doch der Süden Jordaniens ist wegen etwas anderem weltberühmt: der alten Felsenstadt Petra.
…zu erreichen, durchqueren Besucher ein kleines Stück der ehemaligen Weihrauchstraße. Gewürze, Myrrhe und Seide wurden über den altorientalischen Weg aus und in den Süden Arabiens transportiert. Diese kurze Wegstrecke der ehemaligen Weihrauchstraße ist etwa eineinhalb Kilometer lang und nennt sich Siq, was so viel heißt wie „der Schacht“. Dabei handelt es sich um eine über einen Kilometer lange und bis zu 200 Meter tiefe Felsenschlucht, die bis zu 80 Meter hohen Steilwänden vorbeiführt. An seiner engsten Stelle ist der Siq nur zwei Meter breit. Am Ende gibt der „Schacht“ den Blick frei auf Al-Khazneh, die Schatzkammer. Wie eine Filmkulisse wirkt die 40 Meter hohe und 28 Meter breite zweistöckige Fassade. Für Steven Spielberg war der Ort wie geschaffen. Sein Indiana Jones fand hier den Heiligen Gral. Wer frühmorgens loszieht, kann das berühmteste Bauwerk Petras in bestem Licht betrachten. Nur dann wird es für kurze Zeit von der Sonne angestrahlt. Hunderte Tempelfassaden und Grabhallen sind in den Fels geschlagen. Rätselhaft und architektonisch einmalig wird Petra auch als achtes Weltwunder bezeichnet. Typisch sind die Farbenspiele der Felsformationen in Form eines überdimensionierten Marmorkuchens. Bis in die 1980er Jahre lebten in den Felshöhlen noch Beduinen. Heute sind nur noch ein paar Souvenirhändler übrig geblieben, alle anderen wurden von der Regierung umgesiedelt.

Königsgräber in der Felsenstadt Petra
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Letzte Änderung am: 09.01.2012, 12.32 Uhr