aus der Sendung vom Donnerstag, 12.1. | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen

Das Veredeln von Pflanzen gilt als eine der hohen Künste in der Gärtnerzunft: Nur wenig Hobbygärtner trauen sich an diese Art der Vermehrung heran. Die Veredelung ist als diffizil und wenig erfolgreich verschrien. Doch mit dem richtigen Werkzeug und unter der Anleitung von den richtigen Experten ist die Veredelung dann doch nicht ganz so schwierig.
Wenn Ihre alten Apfelbäume anfangen, die ersten Alterserscheinungen zu zeigen, dann sollten Sie langsam darüber nachdenken, wie Sie in ein paar Jahren Ersatz herbeischaffen. Denn eine Vermehrung mit Samen ergibt in der Regel nicht die gewünschte Sorte und Ihre alten Apfelsorten, ob "Goldparmäne", "Pfirsichroter Sommerapfel", "Gravensteiner" oder "Hadelner Sommerprinz" gibt es nicht in der Baumschule um die Ecke.
Warum also nicht selbst veredeln? Schließlich ist das Veredeln von Obstgehölzen eine uralte gärtnerische Technik.
Reiser schneiden Sie während der Wachstumsruhe, bei Steinobst im November, bei Kernobst bis Januar. Besonders Steinobstreiser (Kirschen, Zwetschgen) müssen luftfeucht und kühl aufbewahrt werden. Besonders geeignet sind Felsenkeller oder alte Bierkeller.
Die Schnittstelle der Reiser wird durch Baumwachs verschlossen. Ein Eismantel, der die Edelreiser umgibt, ist ein guter Verdunstungsschutz.
Wo diese Möglichkeit nicht gegeben ist, schlägt man die Reiser auf der Nordseite von Gebäuden in Sand ein. An Tagen mit Frost die Reiser mit Wasser besprühen, damit sich um das Reiserbündel eine Eiskruste bildet. Sie ist bis ins Frühjahr der beste Schutz gegen eine lufttrockene Erwärmung.
Experte im Studio:
Direktor Blühendes Barock Ludwigsburg
Letzte Änderung am: 02.12.2011, 23.18 Uhr