aus der Sendung vom Dienstag, 10.1. | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen
Was haben Liebstöckel, Löwenzahn und Süßholz gemeinsam? - sie tragen auch in ihren Wurzeln heilkräftige Wirkstoffe. Oft nutzen wir nur die oberirdischen Sprossteile für Genuss und Gesundheit. Die Wirkstoffe in manchen Wurzeln zu nutzen, scheint ganz in Vergessenheit geraten zu sein. Bei einigen Pflanzen ist die Wurzel durch Speichergewebe verdickt und kann mit ihren Wirkstoffe unsere Hausapotheke bereichern. Geerntet werden die Wurzeln im Allgemeinen sobald die Pflanzen im Herbst einziehen und wiederverwertbare Stoffe in den Wurzeln speichern, und bis ins Frühjahr, bevor sie wieder austreiben.
Beim Süßholz (Glycyrrhiza glabra) müssen Sie drei bis vier Jahre geduldig die Pflanze pflegen, bevor Sie die Wurzeln ernten können. Erfolgversprechend ist der Anbau in milderem Klima, da die Pflanze nicht voll winterhart ist. Sie liebt einen geschützten sonnigen Standort mit ausreichend Bodentiefe für die Wurzeln. Sie kann bis 1m hoch werden und benötigt evtl. eine Stütze.
Liebstöckel (Levisticum officinale) lässt sich leicht aus Samen ziehen und bildet am sonnigen Standort eine kräftige Pfahlwurzel. Im Balkonkasten fühlt sie sich deshalb manchmal nicht wohl. Wer kein Kräuterbeet hat, sollte ihr wenigstens einen tiefen Topf gönnen, wie es sie z.B. für Rosen gibt. Bei Liebstöckel sind dreijährige Wurzeln ideal zum Ernten, Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist so häufig in Gärten und Wiesen verbreitet, wie kaum eine andere Pflanze. Betrachten Sie ihn mal nicht als Unkraut, sondern entdecken Sie seine heilkräftige Wirkung auf die Verdauungsorgane.
Neben der Vermehrung durch Aussaat, ist auch eine vegetative Methode über Wurzelstecklinge möglich. Neben den bereits genannten Pflanzen können Sie auch Meerettich, Arnika, Süßdolde und Beinwell ganz einfach durch Wurzelstecklinge vermehren. Dazu legen Sie die Wurzeln, bzw. einen Teil der Wurzeln frei und schneiden starke Seitenwurzeln ab. Diese teilen Sie in 12 bis 15 cm lange Abschnitte. Stecken sie die Stücke schräg-aufrecht in gut gelockerte Erde. Die Enden sollen mit etwa 1 bis 2 cm Erde bedeckt sein.
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Gartenbauingenieur, Wartenberg
Letzte Änderung am: 09.01.2012, 15.33 Uhr