aus der Sendung vom Dienstag, 27.12.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen
Das Räuchern mit Kräuterbündeln wird heute noch in ländlichen Gebieten gepflegt. Haus und Stall werden zu bestimmten Festtagen mit dem Rauch gesegnet oder nach Krankheit und zum Jahreswechsel gereinigt und desinfiziert. Erwecken Sie uralte Rituale zu neuem Leben und probieren Sie das Räuchern mit Pflanzen aus dem eigenen Garten.
Alle aromatischen Kräuter aus dem Kräuterbeet eignen sich fürs Räuchern. Kräuter wie Thymian, Salbei und Rosmarin stehen auf der Liste ganz oben. Die meisten von uns kennen sie bereits vom Kräutertee und als Speisewürze. Daneben können Sie alle Pflanzen mit aromatischem Inhalt als Räucherpflanze testen.
Von den bereits genannten Kräutern können Sie die getrockneten Blätter nehmen. Von anderen Pflanzen, wie zum Beispiel Koriander, Fenchel oder Dill verräuchern Sie die getrockneten Samen. Die getrockneten Wurzeln von Alant oder Baldrian sollten Sie unbedingt mal ausprobieren.
Hauchzarte Räucherfahnen bekommen Sie durch das langsame Verglühen getrockneter Kräuter. Dazu benötigen Sie ein mit Sand gefülltes feuerfestes Gefäß aus Metall, oder eine Schale aus Porzellan oder Ton. Eine klassische Wärmequelle ist die Räucherkohle. Sie legen die Räucherkohle auf die feuerfeste Unterlage bzw. auf ein Sandbett. Nach dem Anzünden warten Sie bis die Kohle vollständig glüht. Legen Sie die Räuchermischung zu früh auf die Kohle, kann die Glut ersticken. Also haben Sie etwas Geduld. Je nachdem welche Pflanzen Sie auf die glühende Kohle legen, verbreitet sich süßer, schwerer, balsamischer oder erfrischender Duft im Raum.
Die ätherischen Öle, die durch die Hitze frei werden und sich mit dem Rauch im Raum verteilen, gelangen über die Atmung in unseren Körper und entfalten dort ihre Wirkungen. Der Duft kann beruhigen oder anregen, den Verstand schärfen oder einlullen, die Kreativität steigern oder eine Meditation vertiefen. "In den Düften wohnt die Seele der Pflanzen, die auf die Seele der Menschen heilsam einwirken kann."
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Gärtnerin und Biologin
Letzte Änderung am: 18.11.2011, 23.16 Uhr