aus der Sendung vom Dienstag, 20.12.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen

Sie ist ganz anders als alle uns bekannten Gewächse. Hoch über unseren Köpfen, auf Bäumen, losgelöst von der Erde wächst sie in langsamem Schneckentempo. Fünf Jahre vergehen ehe sich die ersten, nach orange duftenden Blüten entwickeln.
Alle Nährstoffe die aus dem Boden stammen, muss sie über den Baum beziehen. Da sie jedoch Blattgrün enthält, kann sie mit Hilfe des Sonnenlichts Assimilate bilden und ist somit nur ein Halbschmarotzer.
Sie Samen sind in einer klebrigen Hülle und bleiben beim Beerenfressen am Vogelschnabel hängen. Der Vogel versucht die klebrige Masse an der rauen Baumrinde abzustreifen, wobei der Samen in die Ritzen gelangt. Im Frühjahr entwickelt sich der Keimling, dessen Wurzel durch die Rinde des Astes dringt. Neben der Misteldrossel naschen noch viele andere Vögel von den Beeren, die nach Frosteinwirkung nach Erdbeeren duften sollen. Hat der Samen den Verdauungstrakt passiert, ist er immer noch klebrig genug, um an den Ästen hängen zu bleiben. Möchten Sie Misteln auf Ihren Bäumen im Garten ansiedeln, sollten Sie die Beere in eine Baumritze drücken oder schmieren. Wichtig ist, dass Sie Laubholzmisteln auf Laubbäume übertragen und die Kiefernmistel auf Wald- oder Schwarzkiefer.
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Gärtnerin und Biologin
Letzte Änderung am: 11.11.2011, 23.34 Uhr