aus der Sendung vom Donnerstag, 22.9.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen
Das Gold des Gärtners wird er genannt: Kompost. Aber wie kompostiert man richtig? Wo stellt man den Kompost hin? Kauft man sich einen Schnellkomposter aus Plastik oder bastelt man sich den Komposter selbst aus Holzlatten? Muss ich alles Schnittgut unbedingt kleinhäckseln? Dürfen Walnussblätter auf den Kompost? Faulige Äpfel? Diese und andere Fragen wird Volker Kugel beantworten.

Kompost sollte im Freizeitgarten die Grundlage der Düngung sein. 1 bis 3 kg/m² im Jahr - je nach Bedarf der Kultur - sind genug. Darüber hinaus besteht meist nur ein geringer oder überhaupt kein zusätzlicher Düngerbedarf.
Grundsätzlich eignen sich dazu alle verrottbaren pflanzlichen Abfälle, die im Laufe des Jahres im Garten und in der Küche anfallen. Krautige Pflanzen (Blumen, Gemüse, Kräuter, Stauden) lassen sich sehr gut kompostieren. Laub in kleineren Mengen oder samentragende Unkräuter gehören in die Mitte des Kompostes, wo die höchsten Temperaturen während der Verrottung erreicht werden. Rasenschnitt sollte vorher angewelkt sein, sonst kommt es zu unerwünschter Fäulnis. Küchenabfälle wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Kaffee- und Teesatz, Holzasche u.a. sind bedenkenlos, jedoch sind größere Mengen behandelter Schalen von Südfrüchten zu vermeiden. Eischalen sollten zerdrückt werden. Äste und Zweige vom Gehölzschnitt müssen zerkleinert (geschreddert) werden. Pappe, Küchen- und Zeitungspapier eignen sich ebenso als Kompostzutat wie Haustierstreu und Mist aus der Kleintierhaltung.
Alle nicht umsetzbare Fremdstoffe wie Glas, Metall, Kunststoffe, Steine sowie schadstoffhaltiges Material wie Kohlenasche oder Straßenkehrricht sind ungeeignet. Ebenso kein Buntpapier und Illustrierte. Wurzeln von Wurzelunkräutern (Quecke, Ackerwinde) verrotten sehr schlecht und gehören in die Mülltonne. Auch größere Mengen von schwer verrottbarem Laub (Walnuss, Eiche, Kastanie, Platane) sollte nicht auf den Kompost. Es kann jedoch sinnvoll zum Abdecken von Baumscheiben und Sträucherrabatten verwendet werden.
Unter optimalen Kompostierbedingungen kann auch krankes Pflanzenmaterial kompostiert werden, und man kann davon ausgehen, dass der so gewonnene Kompost frei von Krankheitserregern und Schädlingen ist.
Unter ungünstigen Bedingungen (loser Abfallhaufen) sollte man krankes Pflanzenmaterial anders entsorgen.
Schädlingsbefallenes Pflanzenmaterial dagegen ist kein Problem, da Insekten absterben oder während der Rotte schlüpfen und fliegen, aber nicht unbedingt im eigenen Garten landen. Außerdem kommen z. B. Kohlfliege auch aus den Böden der Nachbargärten.
Keine Bedenken bestehen gegen das Kompostieren von
Was es sonst noch zu beachten gilt
Vor dem Pflanzen sollte man den Boden gut auflockern und aufhacken. Zur Bodenverbesserung und Düngung gibt man dann 3 l Kompost pro qm auf die Gemüse- und Staudenbeete. Auch der Rasen kann auf diese Art gedüngt werden. Diese Menge versorgt den Boden mit allen notwendigen Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium, darüber hinaus wird das Bodenleben verbessert und angeregt. Weitere Düngemaßnahmen sind dann auf humusreichen Böden in der Regel nicht mehr erforderlich.
Direktor des Blühenden Barock in Ludwigsburg
Letzte Änderung am: 12.08.2011, 23.32 Uhr