aus der Sendung vom Dienstag, 20.9.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen

Jetzt kommen die frisch geernteten Blumenzwiebeln wie Tulpen, Krokusse und Hyazinthen in den Handel. Dass es Blumenzwiebeln aus ökologischem Anbau gibt ist wenig bekannt. Dabei werden Natur und Umwelt geschont: Die Zwiebeln wachsen zum Beispiel ohne Fungizide gegen den Grauschimmelpilz und ohne Herbizide zur Unterdrückung von Unkraut heran.
Ökologisches Arbeiten ist arbeitsintensiv und beginnt schon bei der Pflege des Bodens, der als lebendiger Organismus gesehen wird. Organische Düngung mit z.B. kompostiertem Stallmist ist nach den Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft Pflicht.
Eine siebengliedrige Fruchtfolge (vier Jahre Kleegrasanbau, ein Jahr Tulpen, Blumenkohl, Rotkohl, Getreide) sorgt für gutes Bodenleben und senkt die Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten der wachsenden Kulturen. Im Vergleich zum konventionellen Anbau werden 30% weniger Zwiebeln auf die gleiche Fläche gesteckt. Die Wurzeln haben dadurch mehr Raum für Nährstoffaufnahme und Blätter mehr Licht, was günstig ist gegen die gefährliche Pilzkrankheit Botrytis.
Der geringere Flächenertrag und die aufwändige Kulturführung mit viel Handarbeit erzeugen höhere Anbaukosten und somit einen höheren Preis der Zwiebeln im Vergleich zu konventioneller Ware. Letztere degeneriert im allgemeinen schneller, das heißt im Folgejahr werden die Blüten kleiner, verändern die Farbe und müssen eher nachgekauft werden. Ökologischer Anbau generiert robustere Zwiebeln und ermöglicht den Anbau von historischen Sorten, die unter konventionellen Bedingungen nicht anbauwürdig sind.
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Letzte Änderung am: 12.08.2011, 23.30 Uhr