aus der Sendung vom Donnerstag, 1.9.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen

Im Dahliengarten
Lange Jahre war die Dahlie aus der Mode gekommen, galt als zu bäuerlich und derb, zu bunt und aufdringlich in Form und Farbe. Heute hat man sie wieder entdeckt, und sie findet sich sowohl im bunten Beet eines Bauerngartens als auch in der nobel komponierten Rabatte. Kein Wunder, gibt es doch schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Dahliensorten weltweit: von 30cm bis über 2 m Höhe, mit einfachen oder gefüllten, kleinen, nur 2 cm oder riesigen, bis zu 30 cm im Durchmesser großen Blüten in Pastelltönen oder kräftig leuchtenden Farben. Somit findet jeder etwas für seinen Geschmack oder Verwendungszweck.
Dahlien lieben humosen Boden und viel Sonne. Bereits im Halbschatten lässt die Blühfreudigkeit etwas nach. Blüten, die ihre beste Zeit hinter sich haben, sollte man abschneiden. Das fördert die Bildung neuer Blüten. Große Dahliensorten benötigen einen Stützstab.
Die Wurzelknollen der oft bis zum ersten Frost wunderschön blühenden Dahlien müssen nach der ersten Nacht mit Minusgraden ausgegraben werden. Sonst überstehen sie den Winter nicht. Nach dem Ausgraben werden Knollen, die zu groß geworden sind, geteilt, faulende Stellen werden entfernt und dann werden sie in einer Sand- oder Torfkiste in einen dunklen kühlen Keller gestellt.
Besondere Probleme sind Wurzelmilben. Sie vermehren sich auch im Winterlager. Die hohe Luftfeuchtigkeit dort begünstigt ihre Vermehrung. Sie fressen sich in das Gewebe und verschmähen weder gesunde noch angefaulte Gewebeteile.
Dahlien sollten Sie erst dann aus dem Boden nehmen, wenn es unvermeidlich wird. Sie bilden in den kurzen Herbsttagen neue Knospen für das nächste Jahr. Nach dem ersten Frost den Stängel etwa 6 cm über der Knolle abschneiden, die Erde etwas abklopfen und ca. eine Woche trocknen. Dann mit Stängelrest frostfrei um 5 Grad im Keller in Sand lagern. Bei feuchten Kellern nimmt man trockenen Torf und umgekehrt, aber keineswegs nassen Torf verwenden. Wenn möglich, Kellerraum lüften.
Expertin im Studio:
Gartenbauingenieurin
Letzte Änderung am: 05.08.2011, 23.25 Uhr