aus der Sendung vom Donnerstag, 18.8.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen

Voraussetzungen: Grundlage für eine erfolgreiche Lagerung ist gesundes Obst. Es dürfen keine Gewebeverletzungen vorliegen und, so weit das mit dem Auge zu erkennen ist, auch keine beginnende Fäulnis vorhanden sein.
Und wussten Sie, dass bei überdüngtem Obst durch den Zusammenbruch von Zellen in einem weichen Gewebe physiologische Schäden wie z.B. die Fleischbräune bei Äpfeln entstehen. Außerdem führt eine zu frühe Ernte zur mangelhaften Ausbildung von Aroma- und Extraktstoffenund damit zum Einschrumpfen des Obstes
Nach der Ernte beginnen im Obst die unterschiedlichsten Abbauprozesse, die die Früchte irgendwann ungenießbar machen. Diese Prozesse gilt es daher durch optimale Lagerung zu verlangsamen.
a.) Die richtige Temperatur: Obst und Gemüse lagern umso besser, je tiefer die Temperatur bis zu einem Optimalwert von 2 bis 4 °C abgesenkt wird. Bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes besteht nicht in jedem Fall die Gefahr des Frostschadens. Äpfel, Wurzelgemüse und Kohlarten können weit tiefere Temperaturen bis etwa -6 °C vertragen.
b.) Luftfeuchtigkeit: Neben der Temperaturführung ist die Gestaltung der Luftfeuchtigkeit der zweitwichtigste Lagerfaktor. Der Feuchtigkeitsverlust des Lagergutes wird umso gering sein, je höher die umgebende Luftfeuchtigkeit ist. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit steigt jedoch das Risiko von Schäden durch Fäulniserreger an. Unter Beachtung dieser beiden gegenläufigen Gesichtspunkte sieht man eine Luftfeuchtigkeit von 85 bis 90 % im Durchschnitt der Obst- und Gemüsearten als Optimalwert an.
c.) Luftzusammensetzung: Die Lagerluft sollte möglichst frei von den Sporen fäulniserregender Pilze, vom reifebeschleunigenden Gas Äthylen, das von Obst freigesetzt wird, sowie von Duftstoffen sein. Deshalb sollten Lagerräume oft gelüftet und Obst- und Gemüsearten nicht zusammen gelagert werden. Zentral beheizte Räume mit hohen Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit sind also die denkbar ungünstigsten Plätze für die Aufbewahrung von Obst.
Lagerung im Freien, auf dem Balkon oder im Garten: Hier hält sich Obst und Gemüse besser als im warmen Haus. Das Erntegut sollte jedoch durch Folienabdeckung gegen Austrocknung und durch engen Maschendraht gegen Mäuse- und Vogelfraß geschützt sein. Äpfel überstehen auch mehrere Grade unterhalb des Gefrierpunktes. Sie dürfen jedoch im gefrorenen Zustand weder angefasst, noch transportiert werden. Sie müssen vielmehr vor der Verarbeitung langsam auftauen.
Diese Art der Lagerung ist nur in kühlen Kellern sinnvoll. Hierbei wird das Obst auf gut gereinigte Lattenroste ausgelegt oder in sauberen Kisten gestapelt. Es muss eine laufende Kontrolle zur Aussortierung verdorbener Früchte erfolgen.
Äpfel einfach in Beutel aus Polyäthylenfolie mit einer Stärke von 0,05 mm geben, die Beutel sollten mit einigen Nadelstichen angestochen werden, um Überkonzentrationen an Kohlendioxyd und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden. Die Lagerung in Folienbeuteln führt im Vergleich zur offenen Lagerung bei vergleichbaren Temperaturen im Regelfall zu einer deutlich besseren Erhaltung der Fruchtqualität.
Experte im Studio:
Leiter Gartenakademie Rheinland-Pfalz
Letzte Änderung am: 05.08.2011, 23.16 Uhr