aus der Sendung vom Donnerstag, 26.5.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen
Der April 2011 war einer der trockensten seit vielen Jahren und bei uns im Südwesten hat der Mai diesen trockenen April noch lange nicht wieder wett gemacht. Wenn dann im Sommer noch die Hitze über unserem Garten flirrt und die Trockenheit unseren Pflanzen endgültig zu schaffen macht, dann sollte man sich Gedanken machen, ob man seinen Garten nicht mit Stauden und Gehölze ergänzt, die mit dieser Trockenheit zurechtkommen.
Ob Bartblume, Blauraute, Ölweide oder Lavendel. Ob mediterrane Kräuter, Sedum-Gewächse und Hülsenfrüchtler: Sie alle eint, dass sie nicht viel Feuchtigkeit brauchen, um zu überleben. Wenn Sie also Ihre sonnigsten Bereiche im Garten mit Stauden und Gehölzen bepflanzen, die mit wenig Wasser auskommen, sparen Sie Wasser und Nerven, wenn Sie in die Sommerferien gehen. Pflanzen, die sie im Container kaufen, können Sie das ganze Jahr über einpflanzen. Wichtig nur beim Anpflanzen: die Erde andrücken und die Pflanzen kräftig angießen.
Lieber in großen Abständen nachhaltig gießen damit die Pflanzen nicht "verwöhnt" werden. Denn "verwöhnte" täglich gegossene Pflanzen entwickeln wenig Wurzeln in die Tiefe, werden "faul" und gehen bei der nächsten Trockenperiode ein. Bitte immer morgens und nie über die Blätter gießen! Nur beim morgendlichen Gießen landet die Feuchtigkeit auch dort, wo sie hin soll: an den Wurzeln. Abendliches Gießen fördert den Pilzbefall und erhöht das Infektionsrisiko. Mittags in Sonne und Hitze erleiden die Pflanzen einen Temperaturschock und infolge der fokussierenden Wirkung des Wassers meist schlimme Verbrennungen.
Gießen Sie mit einem weichen Strahl. Zu hart eingestellte Wasserfontänen verdichten den Boden und waschen das feine Sediment aus ihm aus. Sauberes Wasser – das macht ein Blick z.B. nach Spanien klar – ist ein Ressource, die nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Die Nutzung von gesammeltem Regenwasser in Regentonnen, Zisternen und modernen Regenspeichern ist da eine Selbstverständlichkeit.
Mittlerweile gibt es hochwertige Regenspeicher aus Stahlbeton mit 6300 Liter Fassungsvermögen, die unsichtbar im Untergrund verborgen die Verwendung von Leitungswasser fast ganz überflüssig machen. Moderne Technik hat auch bei der Bewässerung selbst Einzug gehalten. Unser Kaffee-oder-Tee?-Garten ist noch gut mit einer Gießkanne zu bewältigen, bei größeren Gärten kann sich der etwas bequemere Gärtner auch die Anschaffung regelrechter Bewässerungssysteme überlegen. Für den Hobbygärtner empfehlen sich Systeme mit Tröpfchenbewässerung. Bei dieser Technik ist vor allem ein hoher Wirkungsgrad gewährleistet. Der größte Teil des eingesetzten Wassers landet auch tatsächlich beiden Pflanzen.
Experte im Studio:
Gärtnermeister
Letzte Änderung am: 15.04.2011, 23.30 Uhr