aus der Sendung vom Donnerstag, 9.2. | 17.05 Uhr | SWR Fernsehen

Einen Standard-Sekt bekommt man für rund 2,49 Euro. Die Hälfte davon geht allein für diverse Steuern drauf. Mehr als ein Euro für die sogenannte Sektsteuer. Da bleibt für den Inhalt nicht mehr viel übrig. Deshalb wird er auch ziemlich schnell und im Großtank hergestellt.
Winzersekt – darf nur ein Winzer aus eigenen Weinen herstellen – oder herstellen lassen. Dabei gibt es die ganze geschmackliche Bandbreite wie beim deutschen Wein auch. Richtig Qualität wird erst draus, wenn zusätzlich das draufsteht: Klassische oder traditionelle Flaschengärung - dabei wird der Sekt in der gleichen Flasche vergoren und verkauft. Zudem liegt er eine ganze Weile auf der Hefe. Das macht zum Einen die Perlen feiner und cremiger und zum Anderen den Geschmack rund und voll. Das ist das gleiche Verfahren, das auch in der Champagne angewandt wird.
Champagner ist deshalb nichts anderes als ein guter Sekt aus der französischen Region Champagne. Er wird im Normalfall aus zwei roten Sorten und einer weißen hergestellt. Spätburgunder, Schwarzriesling und Chardonnay wachsen auch in Baden und Württemberg.
Blanc de Blancs ist ein Sekt nur aus weißen Trauben – das ist eben in der Champagne etwas besonderes – in Deutschland eher der Normalfall.
Cremant ist ein Kurzwort für klassische Flaschengär-Sekte für alle Regionen der EU – außer der Champagne. Kommt auch in Deutschland in Mode und vermittelt Qualität.
Prosecco ist hierzulande zwar zum Inbegriff italienischen Sekts geworden, aber eigentlich ist das der Name einer Rebsorte. Prosecco gibt es in allen Qualitätsstufen vom Perlwein mit Kunst-Kohlensäure bis zum hochwertigen Spumante traditionale.
Cava heißt die Spanische Variante des besseren Sekts.
Jahrgangssekt ist ein Marketinggag. Das sagt grad gar nichts über die Qualität. Abgeschaut haben die Sektkellereien das vom Jahrgangs-Champagner: der wird allerdings auch nur in den besten Jahren hergestellt.
Trocken ist beim Sekt eigentlich süß. Da gelten andere Zuckergrenzen. Wirklich trockener Sekt ist Brut – auch bei deutschen Marken. Und für die harten unter uns: extra brut oder zero dosage. Natur pur.
| Champagner | Winzer-Sekt "Traditionelle Flaschengärung" | Kaufhaus-Sekt | |
| Herkunft | Nur aus der Champagne. Kalkböden. | Ein Sekt b.A. kommt aus einem einzigen Anbaugebiet. Die Lage kann angegeben sein. | Aus mehreren Ländern – nur der seltene "deutsche Sekt" ist aus einheimischen Weinen. |
| Rebsorten | Spätburgunder, Schwarzriesling und Chardonnay. Die beiden ersten sind Rotweintrauben, die "weiß" gekeltert werden. Trotzdem führt das zu der schönen "goldenen Farbe". "blanc de blanc"-Champagner sind nur aus Chardonnay. | Jede Sorte zugelassen, meist werden Weißweinsorten verwendet. Es gibt aber auch weiße Winzersekte aus Rotweintrauben | Meist wilde Sortenmischung "Rieslingsekt" o.ä. sind die Ausnahme |
| Erträge | Im Schnitt der Champagne bei ca. 75 Hl/ha, bei Spitzenware deutlich niedriger | Die gesetzliche Höchstmenge liegt bei ca. 120 Hl/ha. Spitzenprodukte deutlich niedriger | 150 Hl/ha und auch mehr |
| Ausbau | Zweite Gärung in der Flasche | Zweite Gärung in der Flasche | Zweite Gärung meist im großen Tank |
| Reifezeit | Mind. 1 Jahr Hefelager, bei Jahrgangschampagner mind. 3 Jahre. Die meisten lagern länger. | Mind. 9 Monate auf der Hefe. Spitzenprodukte lagern länger | Mind. 6 Monate im Tank |
| Geschmacksrichtung | Meist Brut (d.h. trocken) | In allen Geschmacksrichtungen von extra brut bis mild | Oft "Trocken", das ist bei Sekt aber recht süß und entspricht sechs Stück Würfelzucker pro Flasche. |
| Jahrgang | Normale Champagner sind Verschnitte aus mehreren Jahrgängen. Jahrgangschampagner sind qualitativ hochwertiger – weisen aber größere Unterschiede auf. | Die meisten Winzersekte haben eine Jahrgangsangabe und unterscheiden sich auch. | Spielt keine Rolle. Sogenannte Jahrgangssekte bieten keine bessere Qualität |
Experte im Studio:
SWR Redaktion Umwelt und Ernährung
Letzte Änderung am: 08.02.2012, 16.49 Uhr