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Haushalt-Tipp Waschen mit niedrigen Temperaturen

aus der Sendung vom Mittwoch, 1.2. | 17.05 Uhr | SWR Fernsehen

Socken in der Waschmaschine

Egal ob Waschen, Spülen oder Putzen – das Reinigungsergebnis wird durch das Zusammenspiel der klassischen vier Faktoren "Temperatur – Chemie - Zeit – Mechanik" bestimmt. Wenn nun beim Wäschewaschen die Temperatur auf unter 30°C abgesenkt wird (sogenanntes "Niedrigtemperaturwaschen"), dann müssen die Faktoren Chemie + Zeit + Mechanik angehoben werden. Denn die müssen dann mehr Leistung bringen.

Die Waschmittelchemie ist durch die Waschmittelhersteller durchaus verbessert und an die Anforderungen angepasst worden. Sie entwickelten neue wirksame und in kaltem Wasser gut lösliche Tenside und Enzyme, die bereits mit Kaltwasser (durchschnittlich sind im Sommer mit Kaltwasser und Wäsche etwa 15°C in der Waschmaschine und um 10°C im Winter) oder in speziellen 20°C Programmen ordentlich arbeiten. Zusätzlich sind weitere Substanzen dazu gekommen, die das Vergrauen der Wäsche verhindern sollen und das Haften des Schmutzes auf der Wäsche beim Gebrauch erschweren.

Die Kaltwaschprogramme arbeiten mit verschiedenen technischen Tricks, um die Faktoren Zeit und Mechanik zu verbessern. Ohne diese Intensivierung erhalten Sie trotz Niedertemperaturwaschmittel kein ordentliches Ergebnis. So betragen trotz fehlender Aufheizzeit die eigentlichen Waschzeiten (ohne Spülgänge) in den speziellen Kaltwaschprogrammen 40 – 60 Minuten!

Weitere Details verbessern die Waschtechnik. Ein Hersteller verbessert die gleichmäßige Benetzung der Wäsche mit der Lauge durch eine besondere Sprühtechnik oder die Waschmittellauge wird durch Luftdüsen aufgeschäumt. Das schäumende Waschmittel soll so schneller und intensiver in die Fasern eindringen.

Andere Hersteller setzen auf schräg angeordnete Wäschemitnahmerippen zur Erhöhung der Waschmechanik. Aber nicht nur die Mechanik während des Waschens ist wichtig, sondern Schmutz und Keime müssen auch sehr gründlich ausgespült werden.

Die Energiekosten sinken in einem 20°C Programm um ca. 40 – 50% gegenüber einem 30°C Programm, da die Bewegung der Trommel dank moderner Motoren und Pumpen nur sehr wenig Energie verbraucht.

Wann kann mit Niedertemperatur gewaschen werden?

Erst ab 2014 ist nach der Ökodesign-Richtlinie vorgeschrieben, dass die neuen Waschmaschinen ein 20°C- oder Kaltwasch- Programm haben.

Die wenigstens Haushalte haben deshalb bisher eine Maschine mit einem auf die neuen Waschmittel abgestimmten langen 20°C Waschprogramm mit viel Mechanik, langer Laufzeit und guter Spülleistung. Falls Sie nun das auch in älteren Maschinen vorhandene kalte Wollprogramm wählen, werden Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Denn Wolle wird schonend und kurz gewaschen. Deshalb finden Sie auch auf einigen Kaltwaschmitteln den Hinweis "Nicht geeignet für Wolle und Seide oder das Wollwaschprogramm"!

Falls Sie eine alte Waschmaschine mit freier Temperaturwahl haben, können Sie in einem intensiven Normalprogramm bei der Stellung "kalt" ganz gute Ergebnisse erhalten, da diese Maschinen mit mehr Wasser arbeiten und auch noch sehr gute Spülergebnisse liefern.

Bei einigen neueren teuren Maschinen mit aufwändiger elektronischer Menüsteuerung können Sie für Grundprogramme die Temperatur selbst steuern. Sie können in diesem Fall ein Normalprogramm "kalt" wählen und die übliche lange Laufzeit moderner Maschinen nutzen. Noch besser wird das Ergebnis, wenn Sie durch die Intensiv- oder Fleckentaste die Waschzeit verlängern.

Trotz aller Maschinentechnik - ein 20°C Waschprogramm mit den neuen Niedertemperaturwaschmitteln kann nur leicht verschmutzte Oberbekleidung wie eine kurz getragene, wenig verschwitzte Bluse oder Oberhemd auffrischen. Für Flecken ist auf jeden Fall eine Fleckvorbehandlung notwendig.

Körpernah getragene Wäsche (Unterwäsche bspw.), Bettwäsche, Handtücher und Putzlappen brauchen höhere Waschtemperaturen. Die am stärksten keimbelasteten Teile (mit 109 Keimen pro g Textil) sind übrigens die Socken, gefolgt von Geschirrtüchern.

Wäsche für Allergiker (Hausstauballergien, Pollenallergien, Tierhaarallergien…) kann zur Entfernung der Allergene nicht mit Niedertemperatur gewaschen werden. Bei einigen Krankheiten (z. Bsp. Pilzinfektionen) muss ebenfalls darauf verzichtet werden.

Grundsätzlich brauchen aber auch Kaltwaschprogramme einen sparsamen Einsatz. Allzu leicht verleiten sie uns, mehr zu waschen. Fachleute sprechen gerne vom Reboundeffekt = Verlust an möglicher Energieeffizienz durch forcierten Einsatz. Teile, die wir vorher nach kurzem Tragen nochmals ausgelüftet hätten, wandern bei einer möglichen 20°C Wäsche ganz rasch ab in die Waschmaschine.

Jedes Waschen belastet die Umwelt und verbraucht Ressourcen – deshalb ist es immer besser weniger zu waschen

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Letzte Änderung am: 23.12.2011, 23.15 Uhr

Haushalt-Tipp

Themen der Sendung

Sendezeit Montags bis freitags

16.05 Uhr bis 18.00 Uhr im SWR Fernsehen

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