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Eine junge Frau mit Brille steht in der Küche und riecht an einem Topf mit Basilikum.

SENDETERMIN Mo, 20.3.2017 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Überleben auf der Fensterbank So bleiben Ihre Küchenkräuter länger frisch

Die Frühlingssonne weckt die Lebensgeister. Noch ist es vielen Kräutern im Garten zu kalt. Aber es ist die beste Zeit für frische Kräuter auf der Fensterbank. Sie duften herrlich und sind reich an Vitaminen. Sie besitzen eine Menge Mineralien und Spurenelemente. Und wir sparen durch ihre Würze an Salz.

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Kaufen Sie immer frische und kräftige Topf-Kräuter. Reiben Sie mit den Fingern an den Kräutern und riechen Sie daran. Das Aroma der Kräuter sollte gut ausgeprägt sein.

TIPP: Frische Kräuter nie lange mit kochen, sondern grundsätzlich erst kurz vor dem Servieren zu den Speisen geben!

  • Bärlauch hat ein intensives Knoblaucharoma. Er gilt als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze. Er schmeckt gut im Salat, in Suppen, Saucen, Quarkspeisen, Gemüsegerichten und Spargel.
  • Kerbel ist mit der Petersilie verwandt, aber zarter im Geschmack. Er schmeckt als frisches Kraut leicht süßlich mit einem Hauch Fenchel und Anis. Er passt frisch zur Kartoffelsuppe ebenso wie zu Salaten. Getrocknet verliert er gänzlich an Wirkung.
  • Kresse ist eine alte Nutzpflanze. Anspruchslos und schnell wachsend. Aber: Nach dem Abschneiden wächst sie nicht nach. Das grüne Gewürzkraut schmeckt intensiv und ein bisschen wie Senf oder Rettich. Kresse passt bestens zu Salaten, Frischkäse oder Eierspeisen.
  • Petersilie ist quasi ein Universalgewürz und gleichzeitig ein -heilkraut. Sie verdankt ihren würzigen Geschmack u.a. dem ätherischen Öl Apiol. Glatte Petersilie ist stärker im Aroma als krause Petersilie, wird dafür aber schneller welk.
  • Portulak ist ein vergessenes Küchenkraut und wird als Gewürz oder als Gemüse verwendet. Junge Blätter schmecken salzig, etwas säuerlich und erfrischend, ältere etwas bitter. Die Blütenknospen lassen sich wie Kapern verwenden. Portulak eignet sich für Salate, Suppen, Soßen oder Kräuterquark.
  • Sauerampfer ist eigentlich eine Wildpflanze, die aber zunehmend Einzug hält in den Gartenbau. Sauerampfer gedeiht gut im Halbschatten. Er braucht feuchte nährstoffreiche Erde. Er schmeckt ausgezeichnet als Suppe, im Kräuterquark oder in der Frankfurter „Grünen Soße“.
  • Schnittlauch ist die zarteste Art, den Geschmack einer rohen Zwiebel an ein Essen zu geben und ist als Gewürzkraut fast so beliebt wie Petersilie. Schnittlauch passt gut zu Eierspeisen, Suppen und Salaten.
  • Zitronenmelisse ist eine stark duftende Verwandte der Minze. Der Aromastoff Citral stärkt die Nerven und hebt die Stimmung. Die Melisse verfeinert Marmeladen und Süßspeisen. Joghurts und Kräutertees gibt sie einen erfrischenden Geschmack. Nachteil: Sie wird schnell welk!

Überleben auf der Fensterbank

Wenn es nur nicht immer so schwer wäre, all die Kräuter im Topf am Leben zu erhalten! Gerade das Basilikum scheint von der Mimose abzustammen. Keine zwei Tage auf der Küchenfensterbank und die Blätter hängen. Auch der Schnittlauch sieht schnell aus wie Katzengras und die Petersilie wirkt fad und welk.
Die meisten Kräuter im Topf werden im Gewächshaus gezogen. Sie stehen im Halbschatten und werden optimal mit Wasser versorgt. Sie sind meist auf schnelles Wachstum gezüchtet, erklärt Ökotrophologin Petra Kipp, und nicht auf lange Haltbarkeit. Schon auf dem langen Weg in den Handel fangen sie aufgrund niedriger Temperaturen und Lichtmangel an zu schwächeln. Wer lange Freude an den Topf-Kräutern haben will, muss sie so intensiv pflegen wie Zimmerpflanzen.

Auf die richtige Menge kommt es an

Die richtige Licht- und Wassermenge ist für die Kräuter im Topf überlebenswichtig, sagen Forscher der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg. Und die entspricht etwa zehn Prozent des Topfvolumens. 100 Milliliter Wasser sind für Petersilie und Basilikum einmal am Tag ausreichend. Der Schnittlauch hat gerne etwas mehr zu Trinken. Eine Fensterbank mit knalliger Sonne führt bei den Kräutern oft zu Sonnenbrand. Besser ist ein Fenster gen Osten oder Norden.

Streicheleinheiten tun gut

Die Forscher haben auch festgestellt, dass den Topfkräutern Streicheleinheiten durchaus gut tun. Denn auf der Fensterbank fehlt ihnen oft der nötige Wind und damit Bewegung. Pflanzen, die regelmäßig bewegt werden, bleiben stabil und wachsen dichter.

Wenn Topfkräuter nicht zu haben sind

Frische Kräuter, die als Bundware angeboten werden, sollten feste Stängel und grüne, frische Blätter haben. Befreien Sie die Kräuter nach dem Einkauf gleich vom Gummiband und stellen sie nicht in ein Glas mit Wasser. Sie verlieren so nur an Aroma und Nährstoffen. Am besten bewahren Sie frische Kräuter in ein feuchtes Tuch oder Frischhaltefolie eingeschlagen im Gemüsefach des Kühlschranks auf.

Zarte Kräuter wie Kerbel oder Dill lieber gleich einfrieren. Dazu die frischen Kräuter klein zu hacken und mit etwas Wasser in kleine Behälter zu geben. Die Würze der frischen Kräuter bleibt am besten erhalten, wenn sie so schnell wie möglich verarbeitet werden.

Einfach, Lecker und Schnell

Rezept: Kräuteromelett

4 Eier mit 4 EL Milch verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.
Gehackte Kräuter (z.B. Kerbel, Schnittlauch, Bärlauch) unterheben und in einer Pfanne zum Omelett backen

Kartoffelsalat

1 kg festkochende Kartoffeln (gekocht und in Scheiben geschnitten)

Dressing:

150 ml Gemüsebrühe mit 3 EL Ölivenöl, 2 EL Essig, 1 TL Senf, Salz und Pfeffer verrühren. Sauerampfer oder Bärlauch in feine Streifen schneiden und unterheben.
Weiter Verfeinerungsmöglichkeiten: Radieschen, geröstete Sonnenblumenkerne oder Pinienkerne.


Im Studio: Petra Kipp, Ernährungswissenschaftlerin

aus der Sendung vom

Mo, 20.3.2017 | 17:05 Uhr

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