Wenn jedes Gespräch zur Herausforderung wird
aus der Sendung vom Dienstag, 10.1. | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen

Stottern wird als eine Störung des Redeflusses bezeichnet. In Deutschland gibt es 800 000 Stotterer, circa 1% der Gesamtbevölkerung. Entwickelt sich das Stottern im Kindesalter kann es in manchen Fällen bis zur Pubertät verschwunden sein. Hält es danach noch an kämpfen die Betroffenen oft Ihr Leben.
Dann ist jedes Gespräch eine Herausforderung. Im Alltag macht es sich am häufigsten bemerkbar. Schon der Gang zum Bäcker um die Ecke bedarf einer großen Überwindung. Der Stotternde weiß zwar genau, was er sagen möchte, kann es jedoch nicht störungsfrei aussprechen.
Eine eindeutige Ursache für das Stottern wurde bisher nicht gefunden. Negative Gefühle, die durch Anstrengungen beim Sprechen enstehen, führen zum Vermeiden des Sprechens. Dadurch entsteht ein Teufelskreis aus Angst und Frustration, der das Stottern sogar noch verstärken kann. Je länger dieser Prozess andauert, umso schwieriger wird es den Betroffenen zu helfen.
Bei manchen Menschen wurde inzwischen auch eine Veranlagung nachgewiesen. Damit ist eine Bereitschaft des Körpers gemeint, die zum Stottern führen kann. Diese Veranlagung und weitere Faktoren wie z.B. traumatische Erlebnisse, die das Stottern verstärken können, gelten als Ursache.
Eine Pizza am Telefon bestellen? Eine Qual für jeden Stotterer. Der Angerufene versteht nicht weshalb nur Gestammel von der Gegenseite kommt und legt wahrscheinlich auf. Negative Reaktionen wie Hohn und Ablehnung, Mitleid oder Verlegenheit können dazu beitragen, dass sich die stotternde Person zurückzieht. Aber wie verhalte ich mich gegenüber einem Stotterer? Logopäden raten dazu während der Unterhaltung Geduld zu bewahren und nicht versuchen den Satz für den Stotternden zu beenden. Ein gelassenes Zuhören kann die Unterhaltung entspannen.
Hilfe für Betroffene, Eltern und Lehrer gibt es auf den Internetseiten verschiedener Selbsthilfegruppen. Inzwischen gibt es unterschiedliche Arten von Therapiemöglichkeiten. Das kann eine Einzel- oder Gruppentherapie oder Intensivtherapie in der Praxis oder zu Hause sein. Wichtig ist es das Stottern frühzeitig zu erkennen. Gewisse Anzeichen beim Kind wie späte Sprachentwicklung, Wiederholungen von Wörtern oder Störungsbewusstsein sollten mit dem Kinderarzt besprochen werden.
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Letzte Änderung am: 09.01.2012, 15.45 Uhr