aus der Sendung vom Mittwoch, 28.12.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen

Das wertvolle Olivenöl begleitet uns Menschen schon sehr lange. Wissenschaftler schätzen, dass der Oliven- oder Ölbaum (Olea europaea) seit mehr 6000 als Jahren kultiviert wird, und damit eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit ist. Die Vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Pflanze: Die Früchte und das Öl dienen der Nahrung. Aus dem Holz werden Souvenirs und Küchenbedarfsgegenstände geschnitzt. Früher diente Olivenöl als Lampenöl, als Schmiermittel für Wagenräder und noch heute zur Körperpflege. Olivenöl hatte bei Christen und Juden eine sakrale Bedeutung. Die Blätter und die Früchte werden zu Heilzwecken verwendet. Auch Hildegard von Bingen empfahl Tee aus Olivenblättern gegen Magenschmerzen und Verdauungsprobleme. Vor zirka 150 Jahren behandelten die Ärzte in England Malaria mit Olivenblatt-Tee.
Olivenöl enthält einen besonders hohen Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren (Ölsäure), Vitamin E, Polyphenole mit entzündungshemmender und angeblich krebsvorbeugender Wirkung, Squalan, Chlorophyll (grüner Farbstoff) aus der Olive, Wachs sowie Alkohole und Ester aus den Früchten. Die zuletzt genannten Inhaltsstoffe geben dem Öl seine individuelle Note. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich wie beim Wein je nach Ort des Anbaus, der Sorte, des Reifegrades und des Jahrgangs. Insgesamt gesehen kann man sagen, dass gutes Olivenöl einen gewissen Anti-Aging-Effekt hat.
Als Hautpflegemittel ist Olivenöl aufgrund seiner Fettsäurezusammensetzung optimal geeignet und wirkt sehr pflegend und regenerierend. Darüber hinaus hat es einen hohen Anteil an Vitamin E, das die Elastizität der Haut fördert. Deshalb eignet es sich besonders für trockene, rissige und schuppende Haut. Auch für die Pflege der Fingernägel ist Olivenöl wertvoll. Wenn der Geruch stören sollte kann man Olivenöl im Verhältnis 1 : 1 mit Jojoba- oder Mandelöl mischen.
Bei trockenen Haaren mit spröden Spitzen, scheint eine Kur mit Olivenöl zu helfen. Das Öl sollte dann aber nur an den Spitzen aufgetragen werden (Einwirkzeit zirka 30 Minuten bis 1 Stunde) und danach gründlich mit Shampoo ausgewaschen werden. Für strapaziertes Haar werden auch Haarkuren mit der Olive empfohlen, die außer Olivenöl auch Eigelb, Honig und Zitronensaft enthalten. Übrigens gilt bei Hundebesitzern ein Esslöffel Olivenöl im Futter als Geheimtipp für glänzendes Fell.
Olivenextrakt
Als Inhaltsstoff kosmetischer Produkte kann auch ein Extrakt aus Olivenfrüchten dienen. Seine Wirkungen: besonders entzündungshemmend, schützend vor UV-Bestrahlung und antioxidativ, also gegen Freie Radikale. So wird dieser Extrakt für Produkte gegen trockene und sensible Haut empfohlen.
Während die positiven Eigenschaften der Frucht inzwischen fast überall bekannt sind, blieb dies bezüglich der Blätter des Olivenbaumes bisher nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten vorbehalten. In den 1960er-Jahren begann man mit der wissenschaftlichen Erforschung der Inhaltsstoffe des Olivenblattes und inzwischen gibt es viele positive Erfahrungsberichte:
Olivenblatt-Extrakt soll wirksam gegen Bakterien und Viren sein, bei Infektionskrankheiten, die durch Pilze und Parasiten hervorgerufen sind, helfen, das Immunsystem stärken, den Blutfluss und den Fettstoffwechsel verbessern und einen zu hohen LDL-Cholesterin-Spiegel senken. Daneben soll er den Blutzuckerspiegel stabilisieren und bei arthritischen Entzündungen helfen.
Zu den Inhaltsstoffen des Olivenblattextraktes zählen Oleuropein (die Leitsubstanz), Phenole, Flavonoide, Kohlenwasserstoffe (u. a. Squalen) und organische Säuren.
In der Kosmetik wird der Olivenblattextrakt als Antioxidant geschätzt, der die Proteine und Lipide der Haut gegen oxidativen Abbau schützt. Er soll gegen Brüchigkeit der Kapillare und den Abbau von Hyaluronsäure wirken sowie entzündete Haut beruhigen.
Hierzulande hat sich der Extrakt aus Olivenblättern in der Kosmetik allerdings noch nicht so recht verbreitet.
Wer selbst Olivenblätter in seine Hautpflege einbauen möchte kann entweder getrocknete Olivenblätter in der Apotheke oder im Reformhaus kaufen oder sich eine Olive als Kübelpflanze halten.
Ein Rezept für eine Ölblättermaske:
1 EL getrocknete Olivenblätter mit 50 ml heißem Wasser übergießen und das Ganze zirka 10 Minuten köcheln lassen. Dann abseihen und 2-3 EL Heilerde (z.B. Rügener Kreide) mit so viel Sud und 1 TL Olivenöl verrühren, bis eine streichfähige Masse entsteht. Für den guten Geruch können noch 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl zugegeben werden. Die Masse nach der Reinigung der Haut mit einem Pinsel auf Gesicht, Hals und Dekolleté auftragen und zirka 20 Minuten einwirken lassen. Danach abspülen und die Haut sanft eincremen.
Ein Rezept für ein Olivenöl-Körperpeeling:
20 g Meersalz mit 1 1/2 EL Olivenöl vermengen, für den Duft 3 Tropfen ätherisches Lavendel- oder Zitronenöl hinzugeben. Eventuell können noch ein paar Tropfen möglichst duftneutrales Duschgel zugesetzt werden. Mit dieser Masse 1 mal in der Woche den Körper vor dem Duschen kräftig abreiben.
Expertin im Studio:
Kosmetikerin & Visagistin
Letzte Änderung am: 22.12.2011, 09.52 Uhr