aus der Sendung vom Montag, 19.9.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen

Die Weide ist ein elastischer und biegsamer Rohstoff. Er wächst an Bachläufen, Dorfweihern oder Flussniederungen. In Baden-Württemberg darf die Weide nur in der sogenannten Safttruhe von Anfang November bis Ende Februar geschnitten werden. Denn im Frühjahr sind in den Weidenbüschen viele Tiere zu Hause, und Insekten ernähren sich von den Pollen der Weidenkätzchen.
Normalerweise verwendet der Korbflechter getrocknete Weidenruten, die er vor dem Flechten in einer Wanne wässert, damit sie einen Tag später weich und flechtbar sind. Es können auch frisch geschnittene Weiden verflochten werden, aber durch das Austrocknen der Ruten wird das Geflecht hinterher locker und instabil.
Das wichtigste Werkzeug beim Flechten sind die Hände. Etwas Geschick schadet nicht, und wer das Flechten lernen will, sollte es sich unbedingt von einem Meister zeigen lassen und dort auch schon die ersten Tipps erlernen. Außerdem benötigt man eine scharfe Gartenschere, ein scharfes Messer, eine sogenannte Ahle, um Löcher zu stechen, ein Schlageisen, mit dem man das Geflecht verdichtet und viel Geduld. Jeder kann das Flechten erlernen und mit jedem Korb wächst die Fertigkeit in den Händen. Denn auch das Korbflechten ist schließlich ein "Kunst-Hand-Werk".
Der geflochtene Korb ist schon fast von der Bildfläche verschwunden. Die Tragetasche aus Stoff oder die Plastiktüte haben den Konkurrenzkampf mit dem guten alten Korb für sich entschieden. Ins Einkaufszentrum wird er nur noch selten mitgeschleppt. Er ist zwar etwas sperrig und schwer, aber dafür auch viel stabiler und dadurch auch langlebiger.
Experte im Studio:
Korbmacher
Letzte Änderung am: 12.08.2011, 23.30 Uhr