aus der Sendung vom Montag, 15.8.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen
Einer der Reisetrends in Deutschland geht zu Aktivreisen. Und wo liegen Erholung, Spaß und körperliche Betätigung näher zusammen als auf dem Rad? Die Bewegung auf dem Rad ist eine der gesündesten für Herz und Kreislauf.
Mehrere Millionen Deutsche haben letztes Jahr ihren Urlaub ganz oder teilweise auf dem Fahrrad verbracht und dabei entdeckt, wie flott und problemlos man vorankommt, und dennoch Zeit genug hat, um die Schönheit der Natur, sowie Land und Leute kennen zu lernen.
Mit dem Mountainbike rund um Mallorca, durch die Olivenhaine der Toskana oder eine Radtour durch die mecklenburgische Seenplatte - die Palette ist groß und es findet sich für jeden Geschmack etwas dabei.
Und für ganz Mutige stehen sogar Safariereisen mit dem Rad auf dem Programm. Mittlerweile gibt es mehrere hundert Reiseveranstalter, die es sich zur Aufgabe machen, sowohl Erlebnis- als auch Erholungssuchenden einen unvergesslichen Urlaub zu organisieren. Denn: Radfahren liegt voll im Trend, hält fit und macht Freude.
Über ein tourentaugliches Fahrrad vor dem Start der Reise sollte jeder verfügen. Ob Trekking-, Tourenrad oder Mountainbike, beim Fahrradneukauf ist die Auswahl groß, und es gilt, die richtige Wahl zu treffen.
Denn wer mit einem Rennrad eine Radtour über Feld- und Waldwege unternimmt, für den wird die Tour zur Tortur.
Eine der Grundvoraussetzung für komfortables Fahren mit dem Rad ist, dass es zur Körpergröße und zu den Körperproportionen passt. Dabei sollte beachtet werden, dass der Sattel, der Lenker und die Lenkerhöhe einen angemessenen Abstand haben. Der Lenker muss die richtige Breite und Form haben, damit Schultern, Nacken und Handgelenke auch am Abend noch entspannt und schmerzlos sind.
Am besten, man lässt sich ausführlich von einem Fahrradhändler beraten. Gut geeignet für sämtliche Radreisen sind Touren- oder Trekkingräder mit Kettenschaltung und 21, 24 oder 27 Gängen.
Aber auch die neuen, modernen Nabenschaltungen mit bis zu 14 Gängen sind tourentauglich. Allerdings kann man an diesen Schaltungen nichts selber reparieren, wenn es mal zu einem Problem kommen sollte.
Für ein komfortables Vorankommen auch auf unbefestigten Wegen sind Räder mit einer Bereifungsbreite von mindestens 22 mm empfehlenswert. Aus Sicherheitsgründen sollten die Reifen neu sein.
Etliche Reifen auf dem Markt sind so gut wie pannensicher. Eine spezielle Gummischicht in der Lauffläche verhindert, dass der Reifen durchstochen wird.
Wenn man schon beim Neukauf weiß, dass man längere Radtouren unternehmen will, sollte man gleich einen stabileren Gepäckträger bestellen, aber auch die Nachrüstung eines stabilen Gepäckträgers ist in der Regel kein Problem.
Die Bremsbeläge sollte man vor einer längeren Tour erneuern, denn das höhere Gewicht bedingt auch einen höheren Verschleiß der Bremsen bei Bergabfahrten.
Das Rad sollte vor Beginn der Reise auf jeden Fall noch einmal durchgecheckt werden. Außerdem dürfen etwas Werkzeug, Flickzeug, Ersatzschlauch und Luftpumpe nicht vergessen werden.
Ein paar Ersatzspeichen und Ersatzzüge, um evtl. einen gerissenen Bremszug zu reparieren, sollte auch nicht fehlen.
Und, da Vorsicht und Sicherheit für Radfahrer immer oberstes Gebot sind, sollte zu jedem Rad ein leichtgängiger Dynamo, sowie eine Lichtanlage mit Standlicht gehören, auch wenn man nicht vorhat, nach Einbruch der Dunkelheit noch unterwegs zu sein.
Wasserfeste Satteltaschen für den Gepäckträger hinten und evtl. auch vorne gehören mit zur Grundausstattung. Für eine Woche Radwandern braucht man bei richtiger Auswahl der Kleidung nicht mehr als 6 kg Gepäck. Man sollte wirklich nur das Nötigste mitnehmen. Spätestens, wenn man das vollbepackte Rad schieben muss, über Hindernisse auf dem Weg oder Treppen tragen muss, ist man dankbar, wenn das Gewicht der Taschen nicht zu hoch ist.
Eine gute Alternative ist auch, das Gepäck in einem Fahrradanhänger zu transportieren.
Das hat etliche Vorteile:
Das Fahrrad selbst behält seine guten Fahreigenschaften.
Man kann es problemlos abstellen, ohne Angst zu haben, dass es durch das Gewicht der Taschen umfällt.
Das Gewicht der Taschen lastet nicht noch zusätzlich auf dem Rahmen und den Rädern, sondern auf der Achse und den Rädern des Anhängers.
Für die kleinen Dinge, wie Geldbeutel, Ausweis, eine Kleinigkeit zu essen und die Routenkarte, empfiehlt sich eine Lenkertasche mit Kartenhalter. Die modernen Taschen sind schnell abnehmbar und können jederzeit mitgenommen werden, wenn man das Rad mal abstellen muss.
Auf jeden Fall gehört auch regenfeste und etwas wärme Bekleidung ins Gepäck. Und bei kälterem Wetter oder in höheren Lagen sind trotz der sportlichen Betätigung Handschuhe und ein Stirnband empfehlenswert. Die Auswahl der Kleidung ist natürlich auch abhängig vom Reiseziel. Wer auf Mallorca radfährt, braucht andere Kleidung als für eine Radtour in Schweden.
Ein Helm ist unerlässlich und sollte immer getragen werden, denn Kopfverletzungen passieren bei einem Sturz besonders häufig.
Letzte Änderung am: 26.07.2011, 19.09 Uhr