aus der Sendung vom Mittwoch, 17.8.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen
Wer ist schon mit seinen Haaren zufrieden? Zu kompakt, zu stumpf, zu hell, zu dunkel, zu rot, zu kurz, zu lang, zu stufig. Wieder einmal sind der Haarschnitt und/oder die Coloration ganz anders ausgefallen, als die Trägerin sich das erhofft hat.
Kennen Sie das auch? Aus der Verzweiflung heraus wächst der Gedanke selber Hand anzulegen oder man glaubt den Worten der besten Freundin: "Deine Haare krieg ich genauso gut wie der Friseur hin." Doch meistens ist das gesparte Geld verhältnismäßig gering im Vergleich zu dem Opfer, nun mindestens drei bis vier Wochen mit einem schiefen Pony oder einem mehrfarbigen Schopf herumzulaufen. Wenn etwas schief läuft, ist der Gang zum Friseur ein Muss.
Auch wenn Pony schneiden oder Tönen sich vielleicht noch selbst erledigen lässt, sind komplizierte Frisurenwünsche nichts für die häusliche Kreativstube. Denn ein gleichmäßiger Schnitt, der den Gesichtsproportionen schmeichelt oder die Farbe, die man sich wirklich vorstellt, gibt es nur beim Fachmann. Er stimmt das Gesamtbild auf Augen- und Naturhaarfarbe sowie Hautton ab. Aber vieles, was zu Hause schief geht, ist auch später für den Profi schwer zu korrigieren. Tipp: Pony schneiden ist bei manchen Friseuren für Stammkunden kostenlos. Also weg mit der Nagelschere und keinen Selbstversuch starten.
Der Haarschnitt als Fundament der Frisur sollte grundsätzlich sitzen. Diesem Anspruch gerecht zu werden, ist für den Laien fast unmöglich. Denn, sich die Haare selbst zu schneiden, ist kein leichtes Unterfangen. Das Wechselspiel mit Kamm, Schere und Spiegel kann schnell zum Desaster werden. Unterschiedliche Längen in der Kontur, Unregelmäßigkeiten in der Stufung oder ein zu kurzer Pony sind dann das Ergebnis misslungener Selbstversuche. Jetzt ist der Experte gefordert aus der verbleibenden Haarlänge wieder eine noch typgerechte Frisur zu zaubern.
Beobachtet man die umfangreiche Produktpalette, die über Kaufhäuser und Drogeriemärkte dem Endverbraucher angeboten wird, entsteht fälschlicherweise schnell der Gedanke, Haare färben ist auch vom Laien spielend leicht zu beherrschen. Wer aber mit farbverändernden Colorationssystemen experimentiert, sollte die Eigenschaften des Materials „Haar“ kennen und deren Wechselwirkung mit chemischen Produkten. Tönungen verschwinden zwar, wenn man Glück hat, nach drei bis vier Wochen. Ein schwacher Trost, wenn die Farbwahl da neben ging. Bei falscher Anwendung von Farben kann es Monate dauern, bis der unerwünschte Ton herausgewachsen ist. Auch vom Strähnen sollte man die Finger lassen. Kaum gelingt einem selbst ein einheitlicher Look. Mit solchen Extras weiß der Fachmann umzugehen. Hier kommt es auf die Technik an - egal ob Kämmsträhnen, Folien, Painting oder Haube.
Unzufriedenheit nach dem Friseurbesuch mündet nicht selten in verzweifelte Selbstversuche. Häufig liegt das Problem aber in der Beratung. Denn diese stellt den am meist unterschätzten Aspekt in der Begegnung Friseur – Kundin dar. Vor der Aktion sollte genau festgelegt werden, wie der Haarschnitt ausfallen soll: Länge, Stufung, Pony - ja oder nein, etc. Über den Spiegel hat die Kundin während des gesamten Haarschnitts die Möglichkeit, die Arbeit des Friseurs zu beobachten und jederzeit Korrekturen anzusprechen. Auch das Thema Haarfarbe sollte ausführlich in einem Vorgespräch besprochen werden. Grundsätzlich gilt: Besucht Frau einen Salon zum ersten Mal, ist von extremen Farbabweichungen abzusehen. Kundin und Friseur sprechen häufig nicht die gleiche Farbsprache. Erst nach mehrmaligen Besuchen kann Frau die Arbeit des Friseurs einschätzen und der Fachmann bekommt ein Gefühl für die Bereitschaft seiner Kundin zur Veränderung.
Auch hier gilt: Eine natürliche und lebendige Haarfarbe ist für jede Frau leicht und schnell zu akzeptieren.
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Letzte Änderung am: 02.08.2011, 14.43 Uhr