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Heimwerken Waschen mit Warmwasser und damit Stromsparen

aus der Sendung vom Montag, 6.6.2011 | 16.05 Uhr | SWR Fernsehen

Socken in der Waschmaschine

Waschmaschinen sind in der Regel der größte Stromverbraucher in einem Haushalt. Und die Waschmaschine braucht die meiste Energie zur Erwärmung des Wassers. Nur einen geringen Anteil der elektrischen Energie verbraucht der Motor für die Umdrehungen der Trommel. An das Warmwassernetz angeschlossen sinkt der Stromverbrauch um 50 bis 80 Prozent, vorausgesetzt das Warmwasser steht ohne große Vorlaufverluste zur Verfügung und wird nicht zentral elektrisch erwärmt. Ideal ist Warmwasser aus einer thermischen Solaranlage.

Zum Waschen braucht die Maschine rund 50 Liter Wasser. Der Großteil dient zum Ausspülen der Waschlauge. Zehn bis 15 Liter werden im Hauptwaschgang erwärmt. Trotzdem braucht eine Waschmaschine etwa die Hälfte des Stroms beim 30 Grad Programm für das Heizen, bei der 60-Grad-Wäsche sind es sogar drei Viertel. Will man diesen Strom sparen, muss man sein solar-, gas- oder ölbetriebenes Warmwassernetz anzapfen.

Mit modernen Heizanlagen, die mit Solarenergie, Gas, Öl oder Fernwärme betrieben werden, lässt sich das Warmwasser viermal so effektiv und kostengünstig bereitstellen wie mit Strom, der zum Aufheizen von kaltem Wasser verwendet wird. Große Verluste und Umweltbelastungen, wie sie bei der Stromerzeugung entstehen, werden so vermieden. 1 kWh weniger Stromverbrauch im Haus oder der Wohnung bedeutet im Kraftwerk mindestens 4 kWh weniger Energie aus Kohle, Öl, Gas oder Atom. Allerdings muss man auch sagen, je seltener gewaschen wird und umso niedriger die Waschtemperaturen sind, desto weniger lohnt sich der Aufwand einer Umrüstung.

Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt kann mit einer Umrüstung um die 300 kWh pro Jahr einsparen.

Um diese Stromersparnis zu realisieren gibt es drei Möglichkeiten:

  • Die Waschmaschine verfügt sowohl über einen Kalt- als auch Warmwasseranschluss. Dies sind bisher aber nur recht teure Geräte.
  • Ein einfaches Mischventil wird vor die Waschmaschine gesetzt. Nach 10 bis 20 Minuten wird der Warmwasserhahn zugedreht und der Kaltwasserhahn aufgedreht. Diese Lösung ist bewährt und preiswert, aber nicht besonders bequem.
    Und vor allem läuft möglicherweise zu heißes Wasser in die Maschine, was der Wäsche nicht gut tut. Das kann man umgehen, wenn man eine thermostatische Mischergarnitur (Dusche- oder Badewannenmischebel) einbauen lässt. Aber auch in diesem Fall muss man, wenn die Maschine genug warmes Wasser hat, selber dafür sorgen, dass für die Spülgänge nur kaltes Wasser einläuft. Man muss also ständig beim Waschen die Zeit im Blick haben.
  • Vorschaltgeräte vor der Waschmaschine automatisieren die Handbedienung der Mischbatterie. Sie kosten um die 200 bis 300 Euro je nach Komfort, Zubehör und Zusatzfunktionen. Diese Vorschaltgeräte versorgen zum eine die Waschmaschine mit dem richtig temperierten Wasser, weil sie das Wasser vormischen und sie sorgen dafür, dass nach dem Hauptwaschgang nur noch kaltes Wasser in die Maschine läuft.

Bei der Nutzung der Vorschaltgeräte muss die Waschmaschine nicht verändert werden, und man stellt nach wie vor ganz normal seine gewünschten Waschprogramme ein. Am Vorschaltgerät wird dann einfach noch die gewünschte Temperatur eingestellt und schon kann man mit Warmwasser waschen und jede Menge Strom sparen.

Prinzipiell gilt dies auch für Spülmaschinen. Auch hier wird im Normalfall kaltes Wasser mit elektrischem Strom im Gerät selbst aufgeheizt. Spülmaschinen haben allerdings einen anderen Programmablauf als Waschmaschinen. Manche Vorschaltgeräte berücksichtigen dies und sind entsprechend programmierbar. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man die Spülmaschine sogar nur an den Warmwasserhahn anschließen.

Experte im Studio:

Heinrich Jung

Haushaltsgerätetechnik

Letzte Änderung am: 03.06.2011, 15.29 Uhr

Themen der Sendung

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