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Tagesthema vom 12.10.2011 Grippale Infekte und Grippe

Jetzt sind Erkältungen wieder in aller Munde – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn an den Schleimhäuten von Nase, Rachen und Hals finden Viren gern ihre Eintrittspforten in den Körper.

Frau schneuzt sich die Nase

Die übliche Abfolge: Es kratzt im Rachen, die Nase beginnt zu "laufen" und der Kopf beginnt zu dröhnen. Manchmal kommen noch Gliederschmerzen, Husten und womöglich Fieber hinzu. Viele sprechen dann auch davon, dass "die Grippe" sie erwischt habe“. Meistens handelt es sich dann allerdings nur um einen grippalen Infekt, eine Virusinfektion, die sich nach einigen Tagen Ruhe von allein wieder verabschiedet. Die echte Grippe allerdings, auch "Influenza" genannt, hat für Mediziner eine ganz andere und leider weitaus bedrohlichere Dimension.

Grippe oder Erkältung – woran merkt man das?

Beide Krankheiten werden durch Viren verursacht. Während sich eine Erkältung aber mehr oder minder langsam einschleicht, kommt die echte Grippe, die „Influenza“, wortwörtlich wie aus heiterem Himmel: Von einer Sekunde auf die andere ist ein extremes Krankheitsgefühl da, oft begleitet von Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen. Eine Influenza belastet den Organismus erheblich und geht mit zum Teil sehr schweren Krankheitsverläufen einher. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt eine vorbeugende Grippeimpfung daher insbesondere für Menschen über 60 Jahre, für chronisch Kranke und für Personen mit viel Kontakt zu anderen.

Antibiotika – wann sind sie nötig?

Viren bestehen nur aus Erbmaterial mit einer schützenden Eiweißhülle. Da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen, brauchen sie zwingend die Zelle eines anderen Lebewesens, um sich zu vermehren – und das können beispielsweise die Zellen unserer Schleimhäute sein. Bei Bakterien hingegen handelt es sich um Mikroorganismen, die aus nur einer einzigen Zelle bestehen und sich – im Gegensatz zu den Viren - durch einfache Teilung auch selbst vermehren.

Mit Antibiotika kann man nur Bakterieninfektionen zu Leibe rücken – gegen Viren sind sie machtlos. Der Arzt kann im Vorfeld einen Abstrich vornehmen, um die im Einzelfall vorliegende Bakterienart nachzuweisen und dann ein passendes Antibiotikum zu verordnen. Muss die Infektion allerdings schnell behandelt werden, wird der Arzt in der Regel ein sogenanntes Breitband-Antibiotikum verordnen, das ein großes Spektrum an Erregern zu "erwischen" vermag.

Trotz all dieser Unterschiede zwischen Viren und Bakterien treten beide Erreger auch bei ein- und derselben Infektion zusammen auf: Sind der Organismus und die Immunabwehr durch die Erkältungsviren bereits geschwächt, haben Bakterien leichtes Spiel, um eine sogenannte "Superinfektion" zu verursachen. Dann kann es zu typischen Bakterieninfektionen wie einer Nasennebenhöhlen- oder einer Mittelohrentzündung kommen.

Ob Bakterien bei der eigenen Erkältung im Spiel sind, erkennt der Patient oft schon selbst daran, dass das ursprünglich klare Sekret, wie es etwa aus der Nase "trieft", plötzlich eintrübt und eine weißliche oder gar gelbe Farbe annimmt – spätestens dann ist ein Besuch beim Arzt nötig.

Helfen Hausmittel?

Ob Hühnersuppe, homöopathische Globuli, Lindenblütentee, Kartoffelwickel oder das klassische Dampfbad mit dem Handtuch über dem Kopf am Küchentisch: Jeder kennt und schätzt im Falle einer Erkältung sein eigenes Hausmittelchen. Auch die medizinische Forschung beschäftigt sich mit den seit alters her überlieferten Tipps und Tricks. Ob und wann etwas hilft, ist aber auch immer eine Sache der eigenen Erfahrung und des richtigen Zeitpunkts: Während nämlich etwa ein Saunagang zur Stärkung der Immunabwehr im Vorfeld einer Erkältung durchaus empfehlenswert ist, könnte der Körper während eines Infekts dadurch zusätzlich belastet werden. Viele Patienten verfahren nach dem Prinzip „Erlaubt ist, was hilft.“ Einig sind sich Experten in der Regel darin, dass Ruhe und reichlich Flüssigkeit ein Muss ist, wenn die Erkältungsviren zugeschlagen haben.

Quelle: Kaffee oder Tee?

Letzte Änderung am: 11.10.2011, 16.35 Uhr

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