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Tagesthema vom 06.07.2011 Kreislaufprobleme und mehr bei hohen Temperaturen, drückender Schwüle, plötzlicher Abkühlung

Mann schwitzt in Sonne

Bei Temperaturen oberhalb der 30 Grad Grenze muss der Organismus durch reichliches Schwitzen über Verdunstungskälte die Körpertemperatur reduzieren. Wer dann nicht rechtzeitig nachtrinkt und die "ausgeschwitzten" Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium oder Zink nachfüllt, bekommt Kreislaufprobleme.

Von den Wüstenvölkern können wir lernen, dass warme Getränke wie Früchtetee, der gleichzeitig auch noch wichtige Mineralstoffe wie Kalium enthält, die Schweißproduktion weniger anregt als Eiskaltes. Wer es süß mag, sollte für die Linie auf kalorienfreien Süßstoff zurückgreifen. Auch zimmerwarmes Mineralwasser ist gut geeignet, wenn es mindestens 200 Milligramm Natrium und 50 Milligramm Magnesium enthält. Trinkwasser hingegen ist relativ mineralstoffarm. Um den schweißbedingten Salzverlust auszugleichen, kann es sinnvoll sein, ein bis zweimal täglich eine Prise Salz in den Tee oder über Gemüse und Salat zusätzlich zu geben. Wer fluoridiertes Jodsalz mit Folsäure verwendet, macht auch gleichzeitig noch Schilddrüse, Knochen, Zähnen und Blutgefäßen eine Freude.

Wer glaubt, sich durch eiskalte Duschen sozusagen von außen kühlen zu können, sollte aufpassen. Nicht nur bei herzkranken Menschen kann das negative Folgen haben, denn durch den extremen Kältereiz kommt es zur Verengung der Herzkranzgefäße. Fettreiche Speisen in großen Portionen belasten den Kreislauf, da große Mengen Blut im Magen-Darmtrakt erforderlich sind. Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik rät daher bei tropischer Hitze zu reichlich Gemüse, Obst, fettarmen Milchprodukten und leicht verdaulichem Fisch.

Hitzschlag

Wenn die Sonne längere Zeit auf den ungeschützten Kopf strahlt, dann wird das Gehirn erhitzt. Deshalb kann ohne Hut in der prallen Sonne die Hitzeeinwirkung schädlich werden. Dann steigt die Temperatur des Gehirns und die Hirnhäute werden gereizt. Es kommt zu einem Sonnenstich.

Man merkt das durch Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, das Gesicht wird rot und es wird einem übel, man muss sich sogar übergeben. Die ersten Maßnahmen sind: Hinlegen, aus der Sonne und in eine kühle Umgebung,
der Kopf soll dabei etwas höher gelagert und mit nassen Tüchern gekühlt werden. Außerdem soll man reichlich trinken.

Ein Sonnenstich kann leicht zum Hitzschlag werden. Aber auch ohne direkte Sonneneinwirkung auf den Kopf kann es durch Wärmestau zum Hitzschlag kommen. Nämlich wenn der Körper lange Zeit in einer zu heißen Umgebung war. Zum Beispiel ein Baby, Kind, oder auch ein Hund, die lange in einem abgeschlossenen, in der Hitze oder prallen Sonne geparkten Auto eingesperrt wurden. Durch die Hitze und eine schlechte Wärmeabgabe, steigt die Körpertemperatur an. Klettert sie über 40 Grad funktioniert das Gehirn nicht mehr richtig, es drohen Schock, Kreislaufversagen und Bewusstlosigkeit. Das ist dann der Hitzschlag. Übrigens ist in diesem Fall die Haut trocken. Das ist ein typisches Zeichen für einen Hitzschlag.
Die Körpertemperatur ist erhöht, die Haut dabei aber trocken und nicht nass vom Schweiß. Trockene Haut, das bedeutet der Kühlungsmechanismus funktioniert nicht mehr richtig.

Normalerweise gibt das Gehirn Signale an die Haut, Schweiß auszuscheiden. Dieser Schweiß verdunstet und entzieht dem Körper dabei Wärme. Fehlen diese Signale aus dem Gehirn, dann wird kein Schweiß produziert und die Körpertemperatur steigt bedrohlich hoch an.

Hitzschlag ist ein Fall für den Notarzt, vor allem wenn der Patient bewusstlos ist. Bis der Notarzt eintrifft, muss der Patient unbedingt aus der Hitze in eine kühle Umgebung und in die stabile Seitenlage gebracht werden. Wichtigste Erstmaßnahme ist das Freihalten der Atemwege. Und kühlen Sie mit nassen Tüchern. Wenn man dabei mit Fächern oder anderen Gegenständen wedelt, fördert man die Verdunstung und damit die Kühlung des Körpers.

Aber lassen Sie es nicht so weit kommen. Lassen Sie niemals Kinder in einem in der Hitze geparkten Auto zurück! Auch nicht für die berühmten "nur" 5 Minuten!
Und wenn Sie an einem heißen Nachmittag in der Sonne spazieren gehen oder eine Veranstaltung im Freien besuchen, dann aber bitte: Nur mit Hut!

Tipp bei Hitze: Machen Sie’s wie die Beduinen! Trinken Sie Kräuter-Tee, in kleinen Schlucken. Damit bekommen Sie Flüssigkeit, zudem fangen Sie an, leicht zu schwitzen. Und das kühlt den Körper.

Ozonbelastung

Die Ozonwerte schwanken im Laufe des Tages erheblich. Abends und morgens sind sie sehr niedrig. Erst unter Einfluss des Sonnenlichts entsteht Ozon. So kann an sonnigen Tagen in Ballungsgebieten am Nachmittag der Ozonwert über den heute gültigen Grenzwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft steigen. Die meisten Menschen leiden nicht unter Ozonbelastung. Aber es gibt auch ozonempfindliche Menschen und bei denen kann die Lungenfunktion vermindert werden, wenn sie viel Ozon einatmen. Sie spüren dann ein Kratzen im Hals, haben tränende Augen, sind kurzatmig und neigen zu Reizhusten. Es gibt, so traurig es ist, keine Schutzmaßnahmen. Nur die Empfehlung - wie gesagt - "Anstrengung vermeiden"! Und wenn Sie das tröstet: Abends, nachts und früh am Morgen sind die Ozonwerte immer am niedrigsten. Da wenigstens können Sie dann richtig tief Durchatmen – sich richtig anstrengen!

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Quelle: Kaffee oder Tee?

Letzte Änderung am: 05.07.2011, 16.28 Uhr

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