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Durch Zuwanderung ist die Zahl der Muslime in Deutschland auf mehr als vier Millionen angewachsen. Nach den beiden christlichen Glaubensgemeinschaften der Katholiken und Protestanten ist der Islam damit die drittgrößte Konfession. Aus welchen Ländern kommen die Muslime?
Die meisten Muslime, die in Deutschland leben, stammen aus der Türkei. Wie aus der bundesweit ersten repräsentativen Studie "Muslimisches Leben in Deutschland" (2009) hervorgeht, leben hier insgesamt etwa 2,5 Millionen Muslime mit türkischen Wurzeln. Aus Südosteuropa sind rund 550.000 Muslime eingewandert, 330.000 Muslime kommen aus dem Nahen Osten. Weitere Herkunftsregionen sind Süd-/Südostasien, Nordafrika, Iran, Zentralasien/GUS und Afrika südlich der Sahara.
In Rheinland-Pfalz sind schätzungsweise 100.000 Muslime beheimatet. Das geht aus dem dritten Zuwanderungs- und Integrationsbericht der Landesregierung (2007-2008) hervor. Nach den beiden christlichen Konfessionen ist der Islam damit noch vor dem Judentum die drittstärkste Religion. In Rheinland-Pfalz gibt es etwa 80 Moscheen und Gebetsräume.
Konkrete Zahlen zu Muslimen in Rheinland-Pfalz liegen nicht vor. Genau erfasst ist lediglich der Anteil ausländischer Zuwanderer. Daraus abgeleitet dürften auch hier Türken die größte Gruppe von Migranten islamischen Glaubens sein. Ende 2008 lebten rund 68.000 Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit in Rheinland-Pfalz. Zuwanderer aus anderen islamisch geprägten Staaten sind Bosnier (rund 5.300), Marokkaner (rund 2.600), Iraker (ca. 3.700) und Iraner (ca. 1.800).
In Baden-Württemberg leben laut Tätigkeitsbericht des Integrationsbeauftragten der Landesregierung 2008 - 2010 etwa 650.000 Muslime.
Die meisten Zuwanderer aus einem muslimisch geprägten Herkunftsland stammen aus der Türkei. Ende 2009 wurden nach Angaben des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg rund 286.000 Türken im Ausländerzentralregister erfasst. Sie sind mit Abstand die größte Gruppe Muslime in Baden-Württemberg, gefolgt von Migranten aus der ehemaligen Republik Jugoslawien: Etwa 32.000 Zuwanderer stammen aus Bosnien und Herzegowina, rund 19.000 kommen aus dem Kosovo.
Außerdem lebten den Erhebungen zufolge rund 10.700 Iraker, 4.300 Iraner, 4.100 Pakistanis sowie etwa 7.100 Nordafrikaner aus Tunesien, Marokko und Algerien in Baden-Württemberg.
Der Islam hat eine Vielzahl von Glaubensrichtungen und Traditionen.Die meisten der in Deutschland lebenden Muslime sind Sunniten (74 Prozent). Die zweitgrößte Gruppe sind mit 13 Prozent Aleviten, die sich selbst mehrheitlich als Muslime sehen. Rund 7 Prozent sind Schiiten. Außerdem sind weitere Glaubensrichtungen wie Ahmadiyya, Sufi/Mystiker oder Ibaditen vertreten.
Letzte Änderung am: 21.10.2010, 16.47 Uhr