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Studien belegen anti-islamische Gefühle in Deutschland
Immer mehr Deutsche stehen dem Islam ablehnend gegenüber. Zu diesem Ergebnis kommen eine repräsentative Umfrage im Auftrag des ARD-Magazins "Report Mainz" und eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Auch in anderen europäischen Ländern ist Islamfeindlichkeit auf dem Vormarsch.
Laut der im Oktober 2010 veröffentlichten Umfrage von Infratest-dimap im Auftrag von "Report Mainz" sind 37 Prozent der Deutschen der Meinung, es wäre besser, wenn es in der Bundesrepublik keinen Islam gebe. Ein Drittel der rund 1.000 Befragten macht sich "große Sorgen, dass sich der Islam in unserer Gesellschaft stark ausbreitet". Zudem stimmten 44 Prozent der Befragten der Aussage zu, seit der Debatte über die Integrationsthesen des ausgeschiedenen Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin könne man sich trauen, den Islam offener zu kritisieren.
Die wachsende Angst vor dem Islam in Deutschland bestätigt auch eine Studie der Universität Leipzig für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung. Für die Untersuchung "Die Mitte in der Krise" zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland wurde unter anderem Islamfeindlichkeit abgefragt. Nach den Ergebnissen der repräsentativen Befragung von mehr als 2.400 Menschen sind anti-islamische Gefühle in der Bevölkerung deutlich häufiger zu finden als früher, 55 Prozent vertreten eine entsprechende Meinung. Und der Aussage "Für Muslime in Deutschland sollte die Religionsausübung erheblich eingeschränkt werden" schließen sich fast 60 Prozent der Bevölkerung an - in Ostdeutschland sogar 76 Prozent.
Auch in anderen europäischen Ländern begegnen viele Menschen dem Islam ablehnend. Laut einer Umfrage des US-amerikanischen Pew Research Center aus dem Jahr 2008 ist die Islamfeindlichkeit in Deutschland, Spanien und Polen besonders ausgeprägt (50, 52 und 46 Prozent der Bevölkerung). Deutlich weniger ablehnend sind die Menschen in Großbritannien und den USA. Aber auch in diesen Ländern sieht immer noch jeder vierte Einwohner Muslime in einem negativen Licht.
Eine ebenfalls im Jahr 2008 erstellte repräsentative Befragung zur Fremdenfeindlichkeit in acht europäischen Ländern kam zu dem Ergebnis, dass jeder zweite Befragte den Islam als eine "Religion der Intoleranz" bezeichnet. Allerdings stimmten diese Befragten selbst rassistischen, antisemitischen, sexistischen und homophoben Aussagen zu.
Autorin: Leonie von Bremen
Letzte Änderung am: 04.11.2010, 17.13 Uhr