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Zum 50. Mal veröffentlicht der SWR "Das Islamische Wort" im Internet. In den vergangenen vier Jahren hat es sich zu einem wichtigen Beitrag für das Verständnis von Muslimen - und für Muslime - in Deutschland entwickelt. Der zuständige Redakteur im SWR, Reinhard Baumgarten, zieht eine Bilanz.
Bis heute seien die Reaktionen auf das Islamische Wort völlig unterschiedlich, sagt Reinhard Baumgarten, der das Projekt von Anfang an betreut hat. Damals, wie heute, so erinnert er sich, wurde die Idee kritisiert oder gar beschimpft - es seien Begriffe gefallen wie "Moschee-Sender" oder "Untergang des Abendlandes". Andererseits habe es auch immer viel Lob für das Konzept gegeben. Geschätzt werde vor allem die Vielfalt der Themen mit meist auch gesellschaftlicher Relevanz. Das Angebot im Internet wird nach Auskunft des Redakteurs gut genutzt - viele Hörer laden sich das aktuelle Manuskript herunter oder abonnieren den Podcast zur Sendung [hier klicken]. Das Interesse schwanke aber auch immer ein bisschen, so Reinhard Baumgarten. Eine Rolle spiele dabei die aktuelle Themenlage. Erhöhte Klickzahlen seien etwa zu Zeiten der Islamkonferenz aufgetreten, oder als der SWR eine neue Broschüre zum "Islamischen Wort" veröffentlichte.
Darüber hinaus sieht Reinhard Baumgarten durch das "Islamische Wort" die aufgeklärten Kräfte des Islam gefördert. Alle Autoren verträten diese Linie - wenn auch im Einzelnen mit eher konservativen oder eher liberalen Färbungen. Wünschenswert seien in diesem Sinne auch alle unterschiedlichen Reaktionen der User - denn das zeige, dass man mit diesem offenen Forum auf der richtigen Spur sei. "Muslime sprechen hier offen, mit sehr vielen Variationen, über ihren Glauben".
Eine große Rolle spielten derzeit natürlich die Proteste in der arabischen Welt. Die Beschäftigung mit solchen Themen zeigt nach Ansicht von Reinhard Baumgarten, dass Muslime nicht in der Theorie verhaftet sein wollen - sondern im Gegenteil bestrebt seien, ihren gelebten Islam mit den gesellschaftlichen Realitäten in Einklang zu bringen. Auch und gerade in Deutschland. "Diese Muslime sind hier angekommen und sie erreichen ihre muslimischen Hörer und Leser und signalisieren ihnen: Der Islam ist ein Teil Deutschlands."
Das "Islamische" Wort in Kürze:
Verfügbar: Jeden ersten Freitag im Monat, als Manuskript, Audio und Podcast
Produzenten: Vier Autoren, redaktionell betreut vom SWR
Idee: Verständnis wecken, Brücken bauen
Zielgruppe: Muslime und alle anderen Interessierten
Online-Redaktion: Christiane Renye
Quelle: SWR cont.ra
Letzte Änderung am: 05.05.2011, 15.50 Uhr