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Schwerpunkt: zwei Jahre LEA Meßstetten / Moderne Sklaverei? Arbeitsmigranten am Golf / Abgelehnt? Türkische Migranten und ihr Verhältnis zur deutschen Gesellschaft

Schwerpunkt: zwei Jahre LEA in Meßstetten

O-TON: Bilkay Öney, ehemalige Integrationsministerin Baden-Württemberg.

Die Zahl der geflüchteten Menschen, die nach Deutschland kommen, ist inzwischen weniger geworden. Das war noch letztes oder vorletztes Jahr ganz anders. Händeringend suchten damals die Länder und Kommunen nach Unterkünften. Die baden-württembergische Landesregierung fand unter anderem eine ehemalige Kaserne in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb – um dort eine Erstaufnahmestelle, eine LEA, einzurichten. Es gab eine Bürgerversammlung – und die Mehrheit der Bürger entschied sich dafür. Die damalige Integrationsministerin Bilkay Öney bedankte sich:

Leere in der LEA – Meßstetten zwei Jahre danach

Auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände am Rande der Stadt war in den Folgemonaten so viel los, wie es sich wahrscheinlich niemand in seinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können. Noch vor einem knappen Jahr, im Herbst 2015 haben dort 3600 Flüchtlinge gelebt. Inzwischen sind die Grenzen an den Flüchtlingsrouten geschlossen und das hat Auswirkung auf die LEA in Meßstetten. Harry Röhrle berichtet:

O-TON Collage: die Meßstetter und die LEA

Eine solche Einrichtung in der Stadt zu haben – das verändert einen Ort. Gleich zu Beginn hatte es ja eine Welle der Hilfsbereitschaft gegeben. Was ist daraus geworden? Zwei SWR-Kolleginnen beobachten Meßstetten in einer Langzeitreportage, die auch im Internet abrufbar ist. Seit zwei Jahren sind sie immer wieder vor Ort, berichten im Radio und online darüber. Teil Neun ist jetzt veröffentlicht. Hier ein Auszug, mit dabei: Eine Meßstetter Ladenbesitzerin, ein Polizist und ein ehrenamtlicher Helfer, der bis heute Spenden annimmt und sortiert. Sandra Müller:

Bildungsniveau recht unterschiedlich – was Flüchtlinge mitbringen

Flüchtlinge zu integrieren – das ist keine leichte Aufgabe. Die Menschen brauchen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sie brauchen eine Perspektive. Und dazu gehört die Sprache, dazu gehört ein Arbeitsplatz. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, kurz IAB, in Nürnberg hat Daten über das Bildungsniveau der Flüchtlinge zusammengetragen und analysiert. Tatsache ist: es sind nicht nur Ärzte unter den Flüchtlingen – aber es sind auch nicht nur Analphabeten. Die Unterschiede sind sehr groß. Und sie hängen auch von den Herkunftsländern der Flüchtlinge ab. Ein Gespräch mit Professor Herbert Brücker:

Moderne Sklaverei? Arbeitsmigranten am Golf

Man sollte meinen, Sklaverei gibt es nicht mehr. Menschen, die für andere schuften und das unter unwürdigen Umständen. Doch weit gefehlt. Wenn wir beispielsweise in die reichen Golfstaaten schauen, dann geht dort nichts ohne Migranten – ob im Haushalt oder auf den Baustellen. Menschenrechtsorganisationen haben immer wieder Alarm geschlagen – auch über die Situation in Katar, wo 2022 die Fußballweltmeisterschaft stattfindet. Ende März hatte Amnesty International einen Bericht mit dem Titel "Die hässliche Seite des schönen Spiels" veröffentlicht – und zahlreiche Fälle dokumentiert: von Arbeitern aus Bangladesch, Indien oder Nepal. Unterbezahlt, in überfüllten Wohnräumen untergebracht, oft ohne Reisepass. Katar gelobte danach Verbesserung. Was hat sich nun getan? Carsten Kühntopp berichtet:

Abgelehnt? Türkische Migranten und ihr Verhältnis zur deutschen Gesellschaft

Es ist nicht leicht, deutscher Türke zu sein. Oder türkischer Deutscher. Egal wie: man sollte loyal sein, nämlich Deutschland gegenüber. Das hat die Kanzelerin angemahnt. Hintergrund: Die Demonstrationen in Köln für Erdogan in Ankara. Klafft ein Riss zwischen vielen Türkeistämmigen und der deutschen Politik? Utku Pazarkaya:

Shaian – Musikprojekt mit Flüchtlingen in Kaiserslautern

Wenn wir vom Potential der geflüchteten Menschen sprechen, dann denken wir in erster Linie an Schule und Arbeit. Aber ganz viele bringen auch andere Kenntnisse mit: sind Schriftsteller, Maler, Musiker. In Kaiserlautern haben sich Kulturschaffende mit Flüchtlingen zusammengetan und ein Musik-Projekt auf die Beine gestellt. Shaian heißt es, benannt nach einem Flüchtlingsmädchen aus einer Unterkunft. Kerstin Bachtler hat sich dort umgeschaut: