Seite vorlesen:
Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit sind unter Schülern offenbar weiter verbreitet als bislang angenommen. Das geht aus der am Dienstag in Berlin veröffentlichten Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen hervor. Demnach ist jeder siebte Schüler ausländerfeindlich. Das ist nur ein Ergebnis der Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer. Die Studie beschäftigte sich auch generell mit der Situation Jugendlicher aus Zuwandererfamilien. Es ist die größte Jugendstudie in Europa. Wie schon seit Jahren beleuchtet Autor Christian Pfeiffer beide Seiten – die der Opfer und die der Täter. Als Opfer werden Migrantenjugendliche in der Diskussion um Gewalt ja kaum wahrgenommen – sie werden eher zur Täterseite gerechnet. Das verwundert nicht, schließlich tauchen sie auch häufiger in den entsprechenden Statistiken auf. Hier gilt es aber genauer hinzuschauen, so ein Ergebnis der Studie von Christian Pfeiffer. Statistiken erklären nicht immer alles. Näheres zur Studie von Mark Kleber.
Wenn am heutigen Welttag gegen Rassismus zu mehr Toleranz und mehr Respekt voreinander aufgerufen wird – wenn also wieder das Miteinander beschworen wird – dann können wir zwar alle sagen: „Was geht mich das an?“ und „Ach, nicht schon wieder so ein internationaler Tag, an dem sich alle melden“. Wir können aber auch nachdenklich werden – dafür sorgt nicht zuletzt die Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer in dieser Woche. Ein Ergebnis: Die Ausländerfeindlichkeit unter Jugendlichen ist stark ausgeprägt, viel stärker als erwartet: jeder siebte Jugendliche ist als ausländerfeindlich einzustufen, jeder dritte stimmt der Aussage zu: in Deutschland leben zu viel Ausländer. Wir haben Jugendliche in Tübingen gefragt: "Wie seht ihr das?"
Ausländer sind faul, Deutsche sind Scheißkartoffeln, und nur ab und zu ein Aufruf zu mehr Toleranz - erschreckende Aussagen von jungen Leuten, von Menschen, die zusammen aufwachsen, gemeinsam in den Kindergarten und in die Schule gehen. Was also tun? Darüber sprach Anna Koktsidou mit Eberhard Seidel vom Projekt "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage".

Vereinte Nationen
Durban II – das ist, oder vielmehr soll, die zweite Antirassismuskonferenz der Vereinten Nationen werden. Benannt ist die Konferenz nach dem ersten Ort, an dem sie stattfand, nämlich Durban in Südafrika. Menschenrechte sind ein universales Thema, schließlich werden sie in vielen Ländern dieser Welt mit Füßen getreten – auch 60 Jahre nach ihrer Erklärung durch die UN. Am 20. April werden nun die Staaten der Welt in Genf erwartet, um die nächsten Schritte zur Bekämpfung des Rassismus zu beraten – sofern sie denn kommen. Schon 2001 in Südafrika hatte es einen Eklat gegeben: die USA und Israel hatten der Konferenz Antisemitismus vorgeworfen. Ähnlich ist es auch dieses Mal: im Schlussdokument wird Israel zum alleinigen Verantwortlichen für den Konflikt mit den Palästinensern gemacht. Andere Krisenherde dieser Welt scheinen vergessen. Kein Wunder, dass es mittlerweile Kritik und Ablehnung hagelt. Aus Genf berichtet Pascal Lechler.
Eine erste Gruppe von Flüchtlingen aus dem Irak ist in Deutschland am Donnerstag angekommen. Die Iraker werden die ersten zwei Wochen im Aufnahmelager Friedland verbringen. Anschließend wird ein Großteil von ihnen auf die Bundesländer verteilt - ein kleiner Teil bleibt in Niedersachsen, um dort an einem ersten Integrationskurs teilzunehmen. Die Aufnahme der Flüchtlinge stieß sowohl in der Politik als auch bei den Kirchen und Hilfsorganisationen auf große Zustimmung. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, nannte es ein Gebot der Menschlichkeit, den Schutz suchenden Menschen schnell zu helfen. Auch die evangelische sowie die katholische Kirche signalisierten, Hilfe anzubieten. Über die Ankunft der ersten Flüchtlinge berichtet Bärbel Wiethoff.
Wie heißt es so schön: Mal verliert man, mal gewinnen die Anderen! Beim Stuttgarter Kabarettfestival hat dieses Jahr eine kleine, zierliche Frau alle Anderen hinter sich gelassen und den „Goldenen Besen“ gewonnen – einen der wichtigsten Kabarettpreise in Deutschland: Carmela de Feo heißt sie, Tochter italienischer Einwanderer, die aus Neapel nach Deutschland gekommen sind. Silke Arning stellt sie vor.
Eine der Sängerinnen, die in ihren Texten gegen Gewalt in Afrika kämpft, ist Oumou Sangaré aus dem westafrikanischen Mali. Zwanzig Jahre ist es her, als sie ihre Landsleute aufschreckte, indem sie sich auf die Bühne stellte, gegen Zwangsehe und Polygamie sang und damit ein Tabu brach. Inzwischen ist ihr neues, sechstes Album erschienen. Es heißt „Seya“, zu deutsch Freude. Luigi Lauer mit dem CD-Tipp.
Letzte Änderung am: 22.03.2009, 20.17 Uhr