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Portrait von Marcel Schliebs, Austauschschüler in den USA Blog aus Hickory, North Carolina Marcel Schliebs: 1 Jahr Einwanderer in den USA

Seit letzten August ist Marcel Schliebs als Austauschschüler in den USA. Seine Seiten wurde nun vom Reiseportal easyvoyage.de zu einem der drei besten USA-Blogs gewählt! [mehr zu: Marcel Schliebs: 1 Jahr Einwanderer in den USA]

Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun, Leiter der Redaktion SWR International vor einem Rednerpult Integrationsbeauftragter Vielfalt, Integration und Migration beim SWR

Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun ist Integrations-beauftragter des Südwestrundfunks. [mehr zu: Vielfalt, Integration und Migration beim SWR]

12.Medienforum Migration Medienforum Migration

Die Themen des 12. Medienforums Migration: 50 Jahre Deutschland-Türkei, die Folgen der Sarrazin-Debatte und die Migration als Folge der Ereignisse in der arabischen Welt und in Japan. [mehr zu: Medienforum Migration]

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12. Medienforum Migration: Dienstag, 17. Mai 2011 Forum II: Türkische Integration in den Medien - Es tut sich zwar etwas, aber es gibt auch sehr viel Handlungsbedarf

Ein türkischstämmiger Kommissar im Tatort, eine Migrantin im Morgenmagazin, es tut sich etwas in der Medienlandschaft. Welchen Beitrag leisten Migrantinnen und Migranten als Journalisten. Ändert sich dadurch auch das Bild der Migranten in den Medien?  

"Es hat sich in den letzten fünf Jahren einiges getan", beobachtet Canan Topçu. Sie arbeitet als Journalistin bei der Frankfurter Rundschau. Sie macht sich aber über den Nachwuchs Sorgen. Denn der Beruf sei für junge Migranten nicht so attraktiv. Wer in Deutschland als Migrant studiere, würde eher Arzt, Jurist oder Ingenieur, erklärt sie. Was die Berichterstattung anbelangt, findet auch ein Wandel statt. Früher hätten die Zeitungen über "multikulti Feste" berichtet. Das sei schon eine Ausnahme gewesen. Heute finden sich in jeder Tageszeitung einen Artikel über Migranten, fügt sie hinzu.

Es gab verschiedene Phasen in der Vergangenheit

Der Schriftsteller Yüksel Pazarkaya arbeitete lange Jahre in der Türkischen Redaktion des WDR. Täglich berichtete er in türkischer Sprache über das Tagesgeschehen in Deutschland und der Türkei. Von 1963 bis zum Anwerbestopp von ausländischen Arbeitnehmern 1973 habe es in der Berichterstattung deutscher Medien hauptsächlich Informationen über die "neuen Gäste" gegeben, blickt er zurück. Woher kommen sie ? Was machen sie? Solche Fragen hätten im Vordergrund gestanden.

Ab 1973 im Folge der Erdölkrise und Wirtschaftskrise habe sich die Berichterstattung geändert, so Pazarkaya. Durch die steigende Arbeitslosigkeit habe man türkischen Einwanderern nahe gelegt in die Türkei zurück zu kehren. Mitte der 1980'er Jahre bis zur deutsch-deutschen Vereinigung sei die Rede "von unseren Türken" gewesen. Ab den 90'er Jahren habe man nicht mehr über Türken geredet.

Erst mit den Attentaten vom 11. September in New York entstand ein "negatives Türkenbild" Die Muslime wurden mit den Türken gelichgesetzt. Pazarkaya sieht erst in den letzten zwei bis drei Jahren eine Verbesserung in der Berichterstattung in den deutschen Medien.

Kommerz durch Quote?

Dem stimmt auch Werner Felten zu. Er war Geschäftsführer des ersten türkischen Privat-Radios "Metropol FM" in Berlin. Anfangs habe er sich über Integration überhaupt keine Gedanken gemacht, da es um Umsätze ging. Doch ihm fiel auf, dass beispielsweise in den Medien, wenn es um Migranten ging, von "Ehrenmorden" geredet wurde, aber ähnliche Vorfälle in der deutschen Gesellschaft als "Familiendrama" bezeichnet wurden. Solche und ähnliche Enzwicklungen hätten ihn auch dazu geführt sich mit der Materie auseinanderzusetzen.

Forschung ist wichtig

Prof. Dr. Rainer Geißler von der Gesamthochschule Siegen versucht mit seinen Studien Licht ins dunkle zu bringen. So zeige eine Untersuchung in Siegen auf, dass zwischen 1996 – 2006 in der Berichterstattung der Tageszeitungen eine "Wende zum Positiven" stattgefunden habe. Statt nur über Kriminalität zu berichtet, hätten die Zeitungen angefangen auch über den Alltag und Erfolge der Migranten zu schereiben.

So setzt Erhard Brunn auf einen Dialog nicht nur unter der Bevölkerung, sondern auch zwischen deutschen und türkischen Medien, um über Befindlichkeiten in der Berichterstattung zu diskutieren. So sehr es eine positive Entwicklung in der Berichterstattung über Migranten gebe, so "schrecklich unterrepräsentiert" seien Migranten in den Redaktionen verschiedener Medien, stellt Geißler fest. Das müsse sich ändern, so der Wissenschaftler. Journalisten mit Migrationshintergrund würden andere Standpunkte und Perspektiven in die Berichterstattung bringen. So sollten sie an der Ausgestaltung der Inhalte beteiligt werden, forderte der Geißler.

Canan Topçu unterstrich, dass die Entscheidungsträger in den Medien nicht nur bei der Berichterstattung, sondern auch bei der Einstellung von Journalisten mit Migrationshintergrund sensibilisiert werden sollten.

"Kultursensible Sprache ?"

Eine "kultursensible Sprache" wie sie einst die Sozialministerin von Niedersachsen Aygül Özkan gefordert hat lehnte Yüksel Pazarkaya ab. "Eine sensible Sprache erreichen wir durch Dialog und Kritik", sagte der bekannte Schriftsteller.


Letzte Änderung am: 16.05.2011, 07.45 Uhr