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Portrait von Marcel Schliebs, Austauschschüler in den USA Blog aus Hickory, North Carolina Marcel Schliebs: 1 Jahr Einwanderer in den USA

Seit letzten August ist Marcel Schliebs als Austauschschüler in den USA. Seine Seiten wurde nun vom Reiseportal easyvoyage.de zu einem der drei besten USA-Blogs gewählt! [mehr zu: Marcel Schliebs: 1 Jahr Einwanderer in den USA]

Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun, Leiter der Redaktion SWR International vor einem Rednerpult Integrationsbeauftragter Vielfalt, Integration und Migration beim SWR

Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun ist Integrations-beauftragter des Südwestrundfunks. [mehr zu: Vielfalt, Integration und Migration beim SWR]

12.Medienforum Migration Medienforum Migration

Die Themen des 12. Medienforums Migration: 50 Jahre Deutschland-Türkei, die Folgen der Sarrazin-Debatte und die Migration als Folge der Ereignisse in der arabischen Welt und in Japan. [mehr zu: Medienforum Migration]

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Europa 25 Jahre Schengen-Abkommen

Quer durch Europa reisen, ohne an den Grenzen kontrolliert zu werden - lange Zeit war das ein unerhörter Traum. Doch dann wurde er wahr. Sein Name ist: Schengen.

Alles begann mit einer Absichtserklärung: Am 14. Juni 1985 hoben die Benelux-Staaten, Deutschland und Frankreich ein
Europa ohne Grenzkontrollen aus der Taufe. 40 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fand der Kontinent, der lange von Krieg und Gewalt geprägt war, mit dem Schengener Abkommen friedlich zueinander.

Im Lauf der Jahre stießen immer mehr Länder hinzu - heute sind es 25: Die meisten EU-Länder sowie Island, Norwegen und die Schweiz. Von Riga bis Lissabon und von Reykjavik bis Valletta gibt der Schengen-Raum mehr als 400 Millionen Europäern freie Fahrt - egal ob zur Schnäppchenjagd im Nachbarland und für einen stressfreien Urlaub ohne Stau an der Grenze.

In diesen Zeiten der Schulden-Krise erfreut sich Europa an der Erfolgsgeschichte Schengen. Wer die europäische Idee sucht, der beschwört den "Geist von Schengen". Politiker wählen dafür große Worte. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nannte nach dem Ende des Eisernen Vorhangs den Wegfall der Grenzen zu Osteuropa den "schönsten Tag seines Lebens". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einer "großen Freude".

Experten sehen die Bedeutung von Schengen vor allem in dem Gemeinschaftsgefühl: "Die Bürger der EU stehen sich seitdem viel näher, weil ein 'Wir-Gefühl' entstanden ist", sagt der Politik-Professor Timm Beichelt von der grenzüberschreitenden Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder.

Als 2007 neun osteuropäische Staaten, darunter Deutschlands Nachbarn Polen und Tschechien beitraten, sorgten sich viele, die Reisefreiheit gen Osteuropa werde mit steigender Kriminalität erkauft - doch nichts dergleichen trat ein, wie die Statistik belegt. Mit Blick auf kommende Erweiterungen sagt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU): "Die öffentliche Sicherheit wird trotzdem gewährleistet."

Denn die Polizei hat ihre Taktik geändert: Gezielte Fahndung und Kontrollen im Hinterland ersetzen die Grenzkontrollen. Beamte können Verdächtige auch im Nachbarland weiterverfolgen - die Verbrecherjagd ist grenzenlos geworden. Straftäter werden schneller ausgeliefert, Urteile der Nachbarn vollstreckt. Mit der größten Polizeidatenbank Europas SIS können Fahnder Daten von Kriminellen in Sekundenschnelle abgleichen.

Während im Schengen-Raum die Kontrollen wegfallen, wird an den Außengrenzen zu Drittstaaten schärfer kontrolliert. Zutritt hat nur, wer über ein Visum verfügt. Damit richtet sich das Abkommen besonders gegen illegale Einwanderer. Menschenrechtsorganisationen kritisieren daher die "Festung Schengen". "Die Freiheit nach innen ist mit einem hohen Preis erkauft worden, nämlich mit der rigorosen Abschottung nach außen", sagt der Europareferent von Pro Asyl, Karl Kopp. Seit den frühen 90er Jahren seien allein im Mittelmeer, dem bevorzugten Fluchtweg aus Afrika, mehr als 10.000 Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ums Leben gekommen.

(dpa/SWR International)

Quelle: SWR International

Letzte Änderung am: 10.06.2010, 18.53 Uhr