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Drei große Wanderungsbewegungen veränderten seit Beginn des 19. Jahrhunderts die konfessionellen und damit auch die politischen und kulturellen Verhältnisse in Württemberg.

Im 19. Jahrhundert ermöglichten Religionsfreiheit und freie Wohnortwahl den Zuzug von Katholikinnen und Katholiken in bislang evangelische Gebiete. Nach 1945 führte die Vertreibung der deutschen Volkszugehörigen zur größten Verschiebung der Konfessionsverhältnisse seit dem Dreißigjährigen Krieg. Seit den 1950er Jahren prägte zudem die Zuwanderung der „Gastarbeiter“ das Land. Somit ist Baden-Württemberg die Tradition als Zuwanderungsland geradezu ins Stammbuch geschrieben. Rund zwanzig Prozent aller Menschen im Land haben einen Migrationshintergrund.

Prof. Karl-Heinz Meier-Braun
Mit Vorträgen griffen die zweiten „Stuttgarter Gespräche zur historisch-politischen Kultur“ diese Phänomene auf und fragten nach der Bedeutung, die Kirche als „Heimat in der Fremde“ spielt. In einem abschließenden Podiumsgespräch diskutierten ausgewiesene Kenner der Materie den Stand der Integration von Ausländern und Vertriebenen im Land. Sie gingen der Frage nach, wie Kirche auch heute noch diesen Heimat ist.
Begleitet wurde die Tagung durch die Ausstellung des SWR „Zwischen Kommen und Gehen … und doch Bleiben – Gastarbeiter in Deutschland 1955–1973“. Sie ist bis 12. März 2010 im Haus der Katholischen Kirche zu sehen.
Quelle: SWR International
Letzte Änderung am: 01.02.2010, 13.49 Uhr