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Zum Weltfrauentag am Montag haben Hilfswerke und Frauenverbände dazu aufgerufen, Frauen weltweit vor Gewalt und Diskriminierung zu schützen. Das katholische Hilfswerk Misereor wies darauf hin, dass die Rechte von Frauen weltweit immer noch missachtet würden. In vielen Ländern litten sie auf Grund traditioneller Praktiken unter Genitalverstümmelung, erzwungener Verheiratung, Entführung und systematischer Vergewaltigung.
Amnesty international prangerte den Umgang von Polizei und Justiz mit Opfern sexueller Gewalt an. "Egal, ob in armen oder reichen Ländern: Frauen, die missbraucht oder vergewaltigt wurden, kämpfen oft vergebens darum, dass ihre Peiniger vor Gericht gestellt und bestraft werden", erklärte ai-Deutschland-Generalsekretärin Monika Lüke. Auf die wichtige Rolle der Frauen bei der Hungerbekämpfung machten der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und die Hilfsorganisation Oxfam aufmerksam. Obwohl in vielen Ländern hauptsächlich Frauen Lebensmittel für den lokalen Markt anbauten und ihre Familie versorgten, hätten sie kaum Zugang zu Land, Krediten und Beratungsdienstleistungen. Ähnlich äußerte sich die Welthungerhilfe, die einen besseren Zugang zu Land für Frauen in den Entwicklungsländern forderte.
Auf die Notwendigkeit, benachteiligte Frauen in Vietnam durch Alphabetisierung zu stärken, wies der Malteser Hilfsdienst in Köln hin. Durch die Förderung weiblicher Partizipation und Selbstbestimmung könne man die Armut ethnischer Minderheiten bekämpfen. Zu einer "Kultur der Entrüstung" rief die Frauenhilfsorganisation SOLWODI mit Blick auf Prostitution und Sexindustrie auf. Viele Frauen würden in zunehmendem Maße Opfer menschenverachtender Praktiken, so SOLWODI-Leiterin Lea Ackermann. "Erschüttert" äußerte sich die Ordensfrau über sogenannte Flatratebordelle. Es sei entwürdigend, wie Frauen zu Tiefstpreisen zum Verkauf angeboten würden. Das Kürzel SOLWODI steht für "Solidarity with women in distress" (Solidarität mit Frauen in Not).
Eine frauenfreundliche Arbeitsmarktpolitik hat der Katholische Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit IN VIA gefordert. Frauen seien häufiger als Männer in Arbeitsverhältnissen tätig, die unsicher oder schlecht bezahlt seien, hieß es. Die Internationale Organisation für Migranten (IOM) betonte, dass Migrationsverordnungen männlichen und weiblichen Migranten die gleichen Chancen bieten müssten. Die fehlenden legalen Einwanderungsmöglichkeiten zwängen Frauen häufig, sich auf Schmuggler einzulassen und so ein hohes Risiko einzugehen. Die UNO-Flüchtlingshilfe wies auf die Situation weiblicher Flüchtlinge hin. Über die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit seien Frauen und Mädchen. Auf der Flucht und in Flüchtlingslagern seien sie besonderen Gefahren wie Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch ausgesetzt.
Integrations-Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) vermisst erfolgreiche Migrantinnen in Führungspositionen der Wirtschaft. Vor dem Weltfrauentag mahnte sie am Sonntag in Berlin mehr Chancengleichheit für Migrantinnen auf dem Arbeitsmarkt an. Politik und Wirtschaft müssten sich stärker darum bemühen, mehr Frauen aus Zuwandererfamilien den sozialen Aufstieg zu ermöglichen. Böhmer wörtlich: "Chancengleichheit darf nicht nur auf dem Papier stehen."
Quelle: SWR International
Letzte Änderung am: 08.03.2010, 16.14 Uhr