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Am Montag bewiesen Einwanderer in Frankreich, dass es ohne sie nicht geht: Einen Tag lang legten sie Arbeit und Konsum nieder, um zu zeigen, welche Bedeutung sie das Land haben. Auch in Italien und anderen EU-Ländern streikten am Montag die Migranten.
"24 Stunden ohne uns" - so lautete die Botschaft einer Lobbygruppe, die Frankreich die Bedeutung der Einwanderer vor Augen führen will. Die Gruppe rief alle Einwanderer dazu auf, am Montag die Arbeit niederzulegen und den Konsum zu verweigern. "Wir protestieren gegen die Versuche von Politikern, Einwanderer zu stigmatisieren und zu kriminalisieren", hieß es in einem Aufruf. Hundertausende Migranten sind dem Aufruf gefolgt und streikten am Montag in Frankreich und anderen EU-Ländern.
Die Streikenden erreichten auf jeden Fall ihr Ziel, in den Medien als Gruppe besser wahrgenommen zu werden. Die italienische Tageszeitung "La Repubblica" kommentierte den Streik der Migranten in Italien:
"Es ist zu hoffen, dass die farbige Minderheit, die (beim Streik) friedlich Dutzende Plätze Italiens bevölkerte, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen, von den Behörden in Zukunft ernst genommen wird. Denn eine demokratische Gesellschaft mit präzisen Idealen sozialer Gerechtigkeit kann nicht auf einer Kraftprobe zwischen Einheimischen und Zuwanderern basieren. Sie braucht viel mehr gut integrierte Immigranten auch auf der politischen Ebene und sollte eine gemeinsame Staatsbürgerschaft erstreben."
Die Initiative geht auf eine ähnliche Aktion in den USA 2006 zurück. Im Unterschied zu anderen Ländern habe Frankreich die wirtschaftliche Bedeutung seiner Einwanderer nicht ausreichend gewürdigt, betonen die Organisatoren. Nach Angaben der OECD machen Einwanderer in Frankreich etwa elf Prozent der gewerbstätigen Bevölkerung aus. Die sogenannten "sans papiers" (ohne Papiere) fordern immer wieder ebensolche Papiere - beispielsweise mit Aktionen wie dieser.
(dpa/SWR International)
Quelle: SWR International
Letzte Änderung am: 26.02.2010, 10.18 Uhr