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Geschichte der Zuwanderung "Zwischen Kommen und Gehen..."

... und doch Bleiben...

Die SWR-International-Ausstellung "Zwischen Kommen und Gehen... und doch Bleiben - 'Gastarbeiter in Deutschland 1955 - 1973'" ist die erfolgreichste Ausstellung ihrer Art.

Die Ausstellung dokumentiert die persönlichen Lebenswege der "Gastarbeiter" der ersten Stunde. Die Stationen der Ausstellung waren bisher: Mainzer Hauptbahnhof und Staatskanzlei, Bundesamt für Migration in Nürnberg, Hauptbahnhof, SWR Funkhaus, Theaterhaus und Rathaus in Stuttgart, die Bundesagentur für Arbeit in Mannheim und zuletzt Ravensburg, Waiblingen, Ulm, Koblenz, Nürnberg, Lörrach und Biberach. Mittlerweile ist sie die erfolgreichste Ausstellung ihrer Art in Deutschland.

Über das SWR Sendegebiet hinaus machte die Wanderschau von sich reden. Nicht nur die regionale Presse berichtete darüber, sondern auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Private Leihgaben

Ausstellung "Zwischen kommen und gehen"

Gezeigt werden persönliche Leihgaben der Menschen, die vor einem halben Jahrhundert nur mit einem Koffer aus Italien, Griechenland oder Kroatien nach Deutschland kamen: der Koffer, in dem ein paar Habseligkeiten steckten, ist ebenso zu sehen wie das Brautkleid, die Arbeitserlaubnis oder die erste Lohntüte. Fotos, z.B. von den damaligen Wohnunterkünften ("Baracken") oder der Freizeitgestaltung gehören auch dazu. Erläuterungen über den historischen Hintergrund und die Folgen der Anwerbung runden die Ausstellung ab.

"Gastarbeiter"

Möglich wurde diese Migration durch die sogenannten Anwerbeverträge - denn Deutschland brauchte Arbeitskräfte: am 20. Dezember 1955 unterzeichneten die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Italien das erste Abkommen "Zur Anwerbung und Vermittlung von Arbeitskräften". Diesem folgten Verträge mit Spanien und Griechenland (1960), der Türkei (1961), Portugal (1964), Tunesien und Marokko (1965) sowie Jugoslawien (1968) - bis im November 1973 die Anwerbung für beendet erklärte wurde.

Deutschland wird Einwanderungsland

In dieser 18-jährigen Phase kamen Millionen von Menschen nach Deutschland, um hier ihr Glück zu suchen. Ihre Bezeichnung als "Gast-Arbeiter", schien dabei Programm zu sein: In ein bis zwei Jahren wollten sie genug Geld gespart haben, um ihre Träume und Wünsche zu erfüllen. Aus zwei, drei Jahren wurden nicht selten 20, 30 oder 40 Jahre. Es begann ein Integrationsprozess, der sich über Generationen hinzog und bis heute nicht abgeschlossen ist. Dieser Prozess begann in einfachen Gemeinschaftsunterkünften, meist firmeneigenen Baracken.

In der Bundesrepublik der 1950/60er Jahre dachten weder die Deutschen noch die Ausländer selbst daran, dass die angeworbenen Arbeitskräfte dauerhaft bleiben würden. Aber es kam anders. Die "Gastarbeiter" blieben, holten ihre Familien nach oder gründeten sie hier. Das fremde Deutschland wurde ihre neue Heimat und - ohne es zu wollen - ein Einwanderungsland.

Geschichte persönlich machen

Die Geschichte der "Gastarbeit" ist bisher weder genügend dokumentiert noch ausreichend erforscht. Umso wichtiger ist es, dass ehemalige "Gastarbeiter" und ihre Familien es uns mit ihren Leihgaben, Erinnerungsstücken und persönlichen Gegenständen ermöglicht haben, eine Geschichte sichtbar zu machen, die bisher im historischen Gedächtnis der Öffentlichkeit nur wenig berücksichtigt wurde. Somit beleuchtet die Ausstellung "Zwischen Kommen und Gehen - und doch Bleiben" nicht nur die allgemeine Geschichte der Anwerbung von 1955 bis 1973, sondern auch Aspekte dieser persönlichen Lebenswege.

Federführung

SWR International

Die Ausstellung "Zwischen Kommen und Gehen - und doch Bleiben" ist unter Federführung von SWR International in einer engen Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus, dem Stadtarchiv Stuttgart, sowie der Stabsstelle des Oberbürgermeisters, Abteilung Integrationspolitik, entstanden.

Konzeption der Ausstellung: Arnd Kolb M.A., Historiker.
Organisation: Arnd Kolb M.A., Prof. Dr. Meier-Braun, Redaktionsleiter SWR International, Dr. Martin Kilgus, SWR International.

Weitere Berichterstattung

Bernardino Di Croce (2. v. l.) mit seinen Freunden 1962 vor dem Eiscafé »Venezia« in Villingen-Schwenningen Geburtstag Fünf Jahre erfolgreiche Wanderschaft

Die SWR Migrationsausstellung „Zwischen Kommen und Gehen... und doch Bleiben – ‚Gastarbeiter’ in Deutschland zwischen 1955 – 1973“ feiert ihr fünfjähriges Ausstellungsjubiläum. Manfred Rommel gab den Startschuss. [mehr zu: Fünf Jahre erfolgreiche Wanderschaft]


Beiträge zum Hören

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Ausstellung "Zwischen Kommen und Gehen...und doch Bleiben " in Mannheim

4:18 min



Letzte Änderung am: 14.06.2010, 09.06 Uhr