Die Städte Pécs und Essen/Ruhrgebiet haben mehr gemeinsam als ihren diesjährigen Status der Europäischen Kulturhauptstadt 2010. Beide liegen in multiethnischen Regionen – jedoch ist die Integration von Migranten nach historisch unterschiedlich entwickelten Sozialstrukturen erfolgt.

Die gegenwärtige Lebenswirklichkeit dieser Strukturen spielerisch zu untersuchen, ist das Anliegen des deutsch-ungarischen Jugendprojekts "Heimspiel in zwei Welten". Fünf Jugendliche aus der ungarndeutschen Minderheit und fünf deutschtürkische Jugendliche aus dem Ruhrgebiet werden sich vom 5. bis 18. April 2010 im Rahmen einer Theaterwerkstatt in Pécs über Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer jeweiligen Lebenssituation in zwei Kulturen austauschen.
Ziel der Theaterwerkstatt ist es, einen Freiraum für die Jugendlichen zu schaffen, der die Reflexion der eigenen Situation ermöglicht, ohne die Fremdperspektive zu vernachlässigen. Neben der Förderung des interkulturellen Dialogs möchte die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) als Organisator der Theaterwerkstatt einen sichtbaren Beitrag zur aktuellen europäischen Debatte um Minderheiten und die Integration von Migranten leisten.
Ausgehend von der Leitfrage "Zwischen Integration und Abgrenzung? – Alte und neue Minderheiten in Europa" und aufbauend auf den Erfahrungen der Teilnehmer wird im Rahmen der Werkstatt ein biografiebasiertes Theaterstück unter der Leitung des Regisseurs Boris Friedewald aus Berlin und der Choreografin Sermin Kayik aus Bochum entstehen. Dieses Stück wird von den Jugendlichen am 17. April im Rahmen des OFF-Pécs-Programms der Kulturhauptstadt im "Muvészetek Háza" in Pécs aufgeführt. Die Aufführung findet in deutscher Sprache statt, ungarische Untertitel sind vorgesehen.
Partner des Projekts sind das Deutsche Kulturforum Östliches Europa e. V. und OFF-Pécs. Förderer sind neben dem Institut für Auslandsbeziehungen e. V., die Donauschwäbische Kulturstiftung sowie die Robert-Bosch-Stiftung.
Letzte Änderung am: 05.02.2010, 15.31 Uhr