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Deutsch-Afghanischer Flüchtlingshilfe Verein (DAFV) Perspektiven für Afghanistan

Die Bilder jubelnder Menschen in Afghanistan von vor acht Jahren - als der Westen zusammen mit der Nordallianz die Taliban besiegt hatte - sind inzwischen der Ernüchterung gewichen. Der Vorsitzende des Vereins Deutsch-Afghanische Flüchtlingshilfe (DAFV) Jama Maqsudi appelliert, mit der afghanischen Bevölkerung auf Augenhöhe richtige Ansätze für deren Unterstützung zu definieren. Nicht die große Summe sei ausschlaggebend, sondern der richtige Ansatz.

2001/02 war die Euphorie groß in Afghanistan und die westlichen Soldaten wurden gefeiert. Heute herrschten Korruption und Hoffnungslosigkeit. So sieht der Vorsitzende des Vereins Deutsch-Afghanische Flüchtlingshilfe (DAFV) Jama Maqsudi die aktuelle Situation. Der damalige Bonner Entwurf eines föderalen Systems für Afghanistan sei gescheitert. Das hätte der Westen bereits nach ein bis zwei Jahren sehen und dieses Modell revidieren müssen, so Maqsudi. Die Schuld am Scheitern sieht der Vorsitzende aber auch bei der afghanischen Regierung - sie sei keine Mannschaft und korrupt.

Neue Perspektiven

"Wir brauchen zivilen Aufbau, damit die Menschen eine Perspektive bekommen", fordert Maqsudi. Zivilen Aufbau zusammen mit der Bundeswehr hält der Afghane allerdings für "eine sehr abenteuerliche Politik". Am wichtigsten sei es, gemeinsam und auf Augenhöhe mit der Bevölkerung, richtige Ansätze zu finden für die finanzielle Unterstützung. Man könne auch mit wenig Geld viel bewegen. Entscheidend sei nicht die große Summe, sondern der richtige Ansatz.

Die afghanische Community im Ausland versuche, individuell viel zu leisten, etwa durch den Bau von Brunnen oder Schulen. Das Potential dieser Communities und Vereine in Deutschland werde aber von der deutschen Politik nicht genutzt, so Maqsudi, die Arbeit der Vereine nicht unterstützt. Diese passe nicht zu den deutschen Richtlinien und Konzepten, sei die Antwort.

Maqsudi findet es beängstigend, dass so viele junge Menschen perspektivlos aus Afghanistan flüchteten, in Griechenland, Frankreich oder Deutschland strandeten und hier keinen Schutz erhielten. Die Jugend sei doch die Zukunft des Landes.


Deutsch-Afghanischer Flüchtlingshilfe Verein (DAFV) e.V.

c/o Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt
Heusteigstraße 34
70180 Stuttgart

Der Deutsch-Afghanische Flüchtlingshilfe Verein wurde 1995 gegründet und hat sich zu Aufgabe gemacht, afghanischen Flüchtlingen von Deutschland aus in ihren Zufluchtsorten und beim Wiederaufbau Afghanistans zu helfen. Der Verein verfolgt ausschließlich karitative Zwecke, ist überparteilich und setzt sich sowohl aus Afghanen als auch aus Deutschen, unabhängig von deren religiöser oder politischer Zugehörigkeit, zusammen.

Letzte Änderung am: 28.01.2010, 15.38 Uhr