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Sie werden entführt, an der Waffe ausgebildet, ausgebeutet, misshandelt. Kinder, die als Soldaten rekrutiert werden. Viele sind traumatisiert und brauchen Unterstützung. Der Menschenrechtsausschuss des Bundestages hat die Bundesregierung aufgefordert, sich stärker für ehemalige Kindersoldaten einzusetzen.
Im Asylverfahren verletze die Bundesregierung ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Betroffenen, sagte der Vorsitzende des Ausschusses, Tom Koenigs (Bündnis90/Die Grüne), in Berlin anlässlich des "Red Hand Day" am 12. Februar. Die derzeitige Gesetzeslage stufe ehemalige Kindersoldaten ab dem 16. Lebensjahr als verfahrensmündig ein. Dadurch drohe den Jugendlichen oftmals die Abschiebehaft. Dies sei "skandalös und peinlich", so Koenigs. Der Grünen-Politiker sprach sich unter anderem dafür aus, die Rekrutierung als Kindersoldat als Asylgrund anzuerkennen und die Abschiebung von minderjährigen ehemaligen Kindersoldaten zu unterlassen.
Positiv beurteilte der Grünen-Politiker hingegen das Engagement Deutschlands auf internationaler Ebene für das Kindeswohl in
Konfliktgebieten.
Nach Angaben des terres des hommes-Experten Ralf Willinger ist Birma das Land mit den meisten Kindersoldaten. Allein in den letzten zehn Jahren sind nach Koenigs Worten weltweit zwei Millionen Kinder in Kämpfen ums Leben gekommen.
Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten , dem elf Kinderrechtsorganisationen angehören, sprach sich für stärkeren Druck auf Regierungen der Länder aus, in denen Kinder kämpfen oder der Armee als Helfer zur Seite stehen müssen. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) müsse bei seinem bevorstehenden Besuch in Birma die Regierung dazu auffordern, die Täter zur Verantwortung zu ziehen, alle Kinder aus der Armee zu entlassen und sie bei ihrer Rückkehr ins zivile Leben zu unterstützen, sagte Willinger.
Das Kinderhilfswerk Plan International forderte mehr Anstrengungen für die Rehabilitierung ehemaliger Kindersoldaten und verwies besonders auf die schwierige Situation von Mädchen. Nach den Ergebnissen einer Befragung unter ehemaligen Kindersoldaten in Liberia seien 40 Prozent der Mädchen selbstmordgefährdet. Drei von fünf Kindersoldatinnen hätten sexualisierte Gewalt erfahren.
Der "Red Hand Day" findet seit zehn Jahren anlässlich des UN-Zusatzprotokolls vom 12. Februar 2002 statt. Dieses Papier verpflichtet die Unterzeichner in bewaffneten Konflikten den Schutz von Minderjährigen zu gewährleisten. Über 140 Länder ratifizierten das Dokument. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind weltweit derzeit etwa 250.00 Kindersoldaten im Einsatz. (Quelle:epd/KNA)
Letzte Änderung am: 08.02.2012, 15.47 Uhr