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In griechischen Flüchtlingslagern herrschen einem Bericht von Amnesty International zufolge katastrophale Zustände.
Die Unterkünfte seien überfüllt, die Hygiene mangelhaft, heißt es in einem in Brüssel veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Zudem sei die medizinische Versorgung unzureichend. Die Behörden sind dem Bericht zufolge auch nicht in der Lage, jedem Flüchtling einen Rechtsbeistand zu vermitteln. Darüber hinaus blieben unbegleitete Minderjährige meist auf sich allein gestellt, eine angemessene Betreuung für Kinder und Jugendliche gebe es nicht.
Eine Sprecherin von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström sagte zu dem Bericht, die "ernste Lage in den Flüchtlingscamps" sei bekannt: "Wir haben die griechische Regierung bereits aufgefordert, umgehend etwas gegen die Missstände zu tun und werden die Vorgänge in Griechenland genau beobachten."
Nach Angaben von Amnesty International haben in den vergangen zwei Jahren mehr als 40.000 Menschen in Griechenland Asyl gesucht. Ein Großteil wird in Flüchtlingslagern auf verschiedenen Inseln untergebracht, bis entschieden ist, ob ihr Asylgesuch akzeptiert wird oder sie in ihre Herkunftsländer zurück geschickt werden. Genaue Zahlen, wie viele Menschen derzeit auf einen Bescheid warten, gibt die griechische Regierung nicht preis.
Als besorgniserregend bezeichnet der Bericht vor allem die Situation von unbegleiteten Kindern und Jugendlichen, die nach ihrer Einreise oftmals in Gefangenenlager kämen. In einem Lager im Norden Athens seien rund 360 Jugendliche untergebracht. Ehemalige Gefangene hätten beklagt, bis zu 15 Personen müssten sich eine Zelle teilen, außerdem fehle es an Hygieneutensilien.
Auch Pro Asyl prangerte die Zustände in griechischen Flüchtlingslagern an. Die deutsche Hilfsorganisation forderte die Regierung in Athen auf, Menschenrechtsverletzungen in den Flüchtlingsunterkünften zu verhindern und die Betroffenen zu entschädigen.
Erst vor wenigen Tagen hatte der Europäische Menschenrechtsgerichtshof Griechenland für seinen Umgang mit Flüchtlingen gerügt. Das Gericht in Straßburg berief sich bei seiner Kritik auf die Klage eines palästinensischen Asylbewerbers. 2007 war der Mann aus einem Flüchtlingscamp im Libanon nach Griechenland geflohen. In einer Einrichtung auf der Insel Samos hätten Polizisten ihn mehrfach geschlagen, misshandelt und bedroht, berichtete der Palästinenser. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte dem Mann ein Schmerzensgeld von 23.000 Euro zugesprochen.
(Quelle: epd, KNA)
Letzte Änderung am: 27.07.2010, 15.32 Uhr