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Die Zahl der Asylbewerber ist in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden im Jahr 2009 rund 27.500 Erstanträge gestellt und damit 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der Asylbewerber ist in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden im Jahr 2009 rund 27.500 Erstanträge gestellt und damit 25 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Bundesinnenministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Trotz der Steigerung liegen die Zahlen aber weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. So kamen vor zehn Jahren noch rund 100.000 Asylbewerber nach Deutschland. Im Jahr 1992 waren es fast 440.000.
Der Anstieg im vergangenen Jahr war den Angaben zufolge unter anderem auf einen deutlichen Anstieg von Asylbewerbern aus Afghanistan zurückzuführen. Im Jahr 2009 stellten demnach 3375 Afghanen und damit 2718 mehr als im Vorjahr einen Asylantrag. Auch aus dem Iran, Nigeria und Indien kamen mehr Menschen nach Deutschland. Zudem blieb die Zahl der Asylbewerber aus dem Irak mit 6538 Menschen auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr.
Im vergangenen Jahr wurden laut Innenministerium 8115 Menschen als Flüchtlinge anerkannt, darunter 5517 Iraker. In weiteren 1611 Fällen stellte das Bundesamt ein Abschiebungsverbot fest, weil den Asylbewerbern in ihren Heimatländern zum Beispiel die Todesstrafe oder Folter drohe. Abgelehnt wurden die Anträge von 11.360 Menschen.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte, Asyl und Flüchtlingsschutz komme in Deutschland «ein hoher Stellenwert» zu. Das zeige Deutschlands im internationalen Vergleich «hohe Schutzquote». Über die verfassungsrechtlichen und völkerrechtlichen Verpflichtungen hinaus beteilige sich Deutschland international an humanitären Aufnahmeverfahren, um besonders hilfsbedürftigen Flüchtlingen eine Zukunft in Deutschland zu bieten. Ein Beispiel dafür sei die zugesagte Aufnahme von 2500 irakischen Flüchtlingen.
Kritik kam von der Flüchtlingshilfeorganisation Pro Asyl. Asylsuchende hätten in Deutschland wieder etwas schlechtere Chancen, Schutz zu erhalten. Die sogenannte Gesamtschutzquote sei von 37,7 Prozent im Vorjahr auf 33,8 Prozent gesunken. Dies sei nicht nachvollziehbar und auch nicht akzeptabel. Bei bereits einmal anerkannten Irakern werde zudem zunehmend der gewährte Flüchtlingsstatus widerrufen. Einer auch im EU-Vergleich relativ ansehnlichen Schutzquote stehe also die stete Bereitschaft gegenüber, "anerkannten Flüchtlingen mit Widerrufsentscheidungen den Teppich unter den Füßen wegzuziehen", erklärte Pro Asyl.
(Quelle AFP)
Letzte Änderung am: 22.01.2010, 14.03 Uhr